Ansiedlung

Berner Firma kauft Land der Borregaard

Bahngüterwagen werden in Luterbach überholt.

Bahngüterwagen werden in Luterbach überholt.

Die Firma CT-X Rail Service AG bleibt mit seinem Unterhaltsdienst für Bahngüterwagen in Luterbach. Jedoch nicht länger auf Miete - die Firma hat das Grundstück gekauft.

Auf dem grösstenteils brachliegenden Areal der geschlossenen Zellstofffabrik Borregaard südlich der Aare wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Die seit Ende 2009 in der Landi-Halle, dem einstigen Zelluloselager, eingemietete CT-X Rail Service AG hat jetzt das Landstück mit den Gebäuden gekauft.

Es geht um eine Fläche von insgesamt 29273 Quadratmetern, wie Rudolf Thomet, Verwaltungsratspräsident der Abroll-Container-Transport-Service (ACTS), bestätigt. Sowohl CT-X Rail wie ACTS sind Tochterfirmen der Berner CT-X Holding.

Bis 100 Arbeitsplätze

Operativ tätig in Luterbach ist aber nur die CT-X Rail, die sich auf die Überholung von Bahngüterwagen spezialisiert hat. Darunter fällt das ganze Spektrum an Wartungs-, Reparatur- und Umbauarbeiten (wir berichteten). Zurzeit arbeiten in Luterbach 27 bis 30 Mitarbeitende, erläutert Thomet weiter. «Langfristig ist ein Ausbau bis zu 100 Beschäftigten denkbar.»

Teil eines Riesenareals

Verkäuferin des grossen Landstücks ist die Attisholz Infra AG (ehemalige Borregaard Schweiz AG). Brisant ist das Landgeschäft deshalb, weil das verkaufte Areal Teil des 110 Hektaren grossen Industrieareals der Zellulosefabrik ist. Die Haupteigentümer – Borregaard und der Kanton Solothurn – wollen die Industriebrache bekanntlich einer Neu- und Umnutzung zuführen. Nach einer einjährigen Testplanung wurde im vergangenen Januar die Stossrichtung beschlossen: Das Areal auf der Nordseite der Aare soll in ein gemischtes Quartier (Arbeiten und Wohnen), auf jenem südlich der Aare sollen wertschöpfungsintensive Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt werden (wir berichteten).

Die Landeigentümer winken allerdings ab. So sieht Kantonsplaner Bernard Staub «keine negativen Auswirkungen auf die weitere Planungstätigkeit oder Konflikte unter den verschiedenen beteiligten Parteien». Bei der Infrastruktur spiele das Thema Gleisanschluss eine wichtige Rolle. Und da könne die Bahnwagen-Spezialistin sogar entsprechendes Know-how bieten.

Garant für Bahnanschluss

Auch Lothar Kind, Geschäftsführer der Attisholz Infra AG, streicht das Branchenwissen von CT-X Rail heraus. «Das sind Profis in Bezug auf Anschlussgleise. Und dieser Aspekt ist strategisch wichtig für die Entwicklung des gesamten Areals.» So gesehen sei die Firma Garant für die Aufrechterhaltung des Bahnanschlusses. Zwar wolle man den Schwerpunkt der Ansiedlungen in Richtung Cleantech und/oder Energie steuern. CT-X Rail trage aber mit dem Unterhalt und den Lärmsanierungen der Güterwagen zur Verlagerung der Gütertransporte auf die Schiene und damit letztlich auch für eine bessere Umwelt bei. Kind: «Es handelt sich um eine gute und wertvolle Ansiedlung.»

Hinzu komme, dass CT-X Rail ihren Geschäftssitz von Bern nach Luterbach verlegt habe, was Thomet bestätigt. Das könne für die Standortgemeinde Luterbach auch steuerlich interessant sein. Vor dem Verkauf habe Attisholz, so Kind weiter, den Kanton und die Standortgemeinde informiert und einen Konsens gefunden.

Rudolf Thomet, Verwaltungsratspräsident der ACTS, ergänzt, dass CT-X Rail die erste Firma sei, die
auf dem Areal wieder Arbeitsplätze geschaffen hat. Hinzu komme, dass nur wenig Strassenverkehr produziert werde, weil «das Material ja weitgehend auf der Schiene zurollt». Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1