Natürlich ist es mein Ziel, am Wettkampf zu gewinnen.» Jan Menth aus Bellach ist nicht etwa überheblich, nein, er ist selbstbewusst, zielstrebig und er weiss, was er kann. Der ausgebildete Fahrzeugschlosser wird an den ersten gemeinsamen Schweizer Berufsmeisterschaften für rund 80 Berufsfelder teilnehmen. Falls es mit dem Sieg nicht klappen wird, wird für den 21-Jährigen keine Welt zusammenbrechen. «So oder so wird es für mich eine sehr wertvolle Erfahrung sein, zum Beispiel unter zeitlichem Druck zu arbeiten», sagt Menth.

Der Bellacher wusste schon früh, dass er einen handwerklichen Beruf erlernen wollte. Kein Wunder, ist er doch «erblich vorbelastet». Sein Vater führt nämlich eine Autogarage und Werkstatt für Gartengeräte, Kleingeräte, Anhänger, usw.. So kam es, dass er bereits als Kind «viel Zeit im Betrieb seines Vaters verbrachte und je älter ich wurde, desto mehr Hand legte ich an», erinnert sich der junge Berufsmann. Nach mehreren Schnupperlehren als Polymechaniker oder Zimmermann konnte er bei der Carrosserie Hess AG erste Einblicke in den Beruf des Fahrzeugschlossers gewinnen. «Dieses Berufsfeld hat mir am Meisten zugesagt.» Auch Automechaniker wäre sicher interessant gewesen. «Aber der Anteil an der Handarbeit wird zugunsten der Diagnostik immer kleiner. Ich bevorzuge das etwas ‹Gröbere›, erzählt Jan Menth und lacht.

Es ist kein Zufall, dass der Bellacher seinen Berufsstand an den Berufsmeisterschaften vertreten kann. Je Berufsfeld sind nämlich nur die Besten zugelassen. Und er ist einer der Besten. Im dritten Lehrjahr erreichte Menth mit seinen Leistungen an einem Lehrlingswettbewerb innerhalb der Sektion Bern/Mittelland des Schweizerischen Carrosserieverbandes den dritten Rang. Seine vierjährige Berufslehre schloss er im Sommer 2013 mit dem Gesamtnotendurchschnitt von 5,6 ab. Damit war er der Beste in seinem Jahrgang. So hat ihn ein damaliger Berufsschullehrer auf die Schweizer Meisterschaften aufmerksam gemacht. «Mein Interesse war geweckt und das Ziel – Teilnahme an den Swiss Skills– war gesteckt.» Im April überwand er an einem brancheninternen Vorausscheidungswettbewerb die letzte Hürde.

Was ihn in Bern genau erwartet, weiss er noch nicht. Er nimmt aber an, dass die Aufgabenstellung an die Arbeiten im Vorausscheidungstest anknüpfen wird. Das heisst, die Teilnehmenden müssen einen kompletten Anhänger bauen. Nach dem Einrichten des Arbeitsplatzes werden sie dafür drei Tage Zeit haben. Sein Ausbildungsbetrieb und jetziger Arbeitgeber, der Busbauer Hess, unterstütze ihn bei den Vorbereitungen aufs Beste. So könne er im Moment im Bereich Nutzfahrzeugbau anspruchsvolle Tätigkeiten erledigen. In der Woche vor dem Wettkampf könne er in der firmeneigenen Lehrwerkstatt spezifische Arbeiten trainieren, die wohl in Bern gefragt sein werden. «Schliesslich ist eine gute Rangierung auch für die Firma Reklame.»

Belastend empfindet Menth den bevorstehenden Wettkampf nicht. Natürlich werde er, wenn es so weit ist, nervös sein. «Aber ich freue mich sehr auf das Messen mit Berufskollegen.» Das entspricht seinem Motto, das er in den Ausschreibungsunterlagen angegeben hat: «Nur wer sich an Neues heranwagt, kann sich auch weiterentwickeln.» Diese Einstellung gelte für ihn auch privat. «Ich bin offen für neue Ideen und versuche, möglichst viele Sachen auszuprobieren.» Das komme etwa bei seinem grossen Hobby, dem Gitarrenspielen, zum Ausdruck. Seit elf Jahren spiele er das Instrument und seit einigen Jahren geht Jan Menth mit der Band Audioholics in der Region auf Tour. «Da ist jedes Konzert anders und voller Unbekannten.»