Berner Kantonalbank
BEKB erzielt mehr Gewinn trotz schwierigem Zinsgeschäft

Die Berner Kantonalbank hat 2014 trotz eines spürbar tieferen Zinserfolgs leicht mehr verdient. Der Gewinn nach Steuern stieg um 0,2 Prozent auf 130,4 Mio. Franken. Das Personal wird weiter sinken. In Solothurn sieht sich die Bank gut aufgestellt.

Samuel Thomi
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BEKB-CEO Hanspeter Rüfenacht

BEKB-CEO Hanspeter Rüfenacht

Samuel Thomi

Trotz historisch tiefer Zinsen blickt die Berner Kantonalbank (BEKB) auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. «Die langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik hat sich erneut bewährt», betonte CEO Hanspeter Rüfenacht an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. So konnte die drittgrösste Kantonalbank der Schweiz 2014 ebenso mehr Gelder ausleihen wie Kunden öfter ihr Geld bei der BEKB anlegten.

Da die Bank derweil weiter ihre Kosten senken konnte, resultierte am Ende gar ein leicht höherer Gewinn nach Steuern von 130,4 Millionen Franken. Das wiederum freut die Aktionäre, darunter als grösster der klamme Kanton Bern. Denn die Geschäftsleitung beantragt der Generalversammlung im Mai die Dividende um 30 Rappen auf 5,80 Franken zu erhöhen.

Von den Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank sei die BEKB bislang nicht unmittelbar betroffen, sagte Hanspeter Rüfenacht. Für Grosskunden lägen die BEKB-Zinsen sowieso schon länger bei Null. Da auslaufende Festhypotheken heute deutlich tiefer verlängert werden, würden die Erträge auch mittelfristig sinken. Dass das Hypothekengeschäft der BEKB nur moderat wachse, sei gewollt. «Wir machen keine Kompromisse bei der Kreditvergabe», betonte Bank-Chef Rüfenacht einmal mehr. Um dennoch konkurrenzfähig zu bleiben, sei man allenfalls bei den Konditionen zu Diskussionen bereit.

Personalbestand wird sinken

Ebenso gelassen nimmt der CEO den Steuerstreit mit den USA. Demnächst erwarteten die der Kategorie 2 zugeteilten Banken einen neuen Vorschlag zur Beilegung des jahrelangen Konfliktes. Weil die BEKB jedoch kaum davon betroffen sei, ist laut Rüfenacht «nichts ausgeschlossen». Sprich: Auch nicht, dass die Berner die Verhandlungen der Schweizer Banken mit den USA verlassen.

Weil bei den Zinsen keine Trendwende in Sicht ist, und damit der Druck auf den Margen des traditionellen Bankgeschäfts hoch bleibt, steige die Bedeutung des Kostenmanagements. Deshalb wird der Personalbestand laut Hanspeter Rüfenacht zwar weiter sinken, Entlassungen seien aber kein Thema.

2 Prozent mehr Kunden im Solothurnischen

Stefan Gerber, einmal mehr schliesst die Berner Kantonalbank gut ab. Gilt das auch fürs Geschäft im Kanton Solothurn?
Ja, auch unsere nachhaltige Entwicklung geht weiter. Das Geschäftsvolumen im Solothurnischen wuchs letztes Jahr 4 Prozent und wir betreuten 2 Prozent mehr Kunden.

Nach der Eröffnung der Filiale Oensingen im August sind Sie nun am ganzen Jurasüdfuss präsent. Wie läufts im Roggenpark?
Oensingen ist eine prosperierende Gemeinde und wir wurden sehr gut aufgenommen. Weil es ein hart umkämpfter Markt ist, freuen uns die guten Kreditanfragen besonders. Den Standort Balsthal werden wir Ende Februar wie angekündigt in die Niederlassung Oensingen integrieren.

Weniger grosse Auswirkungen hatte 2014 der Umzug des Private Bankings in die Räume über der Filiale an der Gurzelengasse in Solothurn. Was sind die nächsten Pläne?
Punkto Infrastruktur ist am Jurasüdfuss derzeit nichts in der Pipeline. Mit Filialen in Grenchen, Solothurn, Oensingen und Hägendorf sind wir gut aufgestellt.

Nebst dem Solothurngeschäft sind Sie auch Leiter Grosskunden der BEKB. Wie läuft es da?
Natürlich ist Solothurn auch ein sehr guter Firmenmarkt ...

… den der Wegfall des Euro-Mindestkurses nun besonders trifft?
Auf jeden Fall wird der Export für alle Firmen härter. Als erstes fehlt nun aber die Planungssicherheit; darum müssen nun die Budgets überarbeitet werden. Dank eigenem Devisenhandel können wir Grosskunden helfen und zum Beispiel Währungsschwankungen absichern.

Seit 15 Jahren ist die BEKB in Solothurn aktiv: Planen Sie eigentlich ein Geburtstagsfest?
(Lacht) Wir feiern jeweils im Juni in Solothurn einen Familientag. Den dürfen Sie gern als Dank für unsere gute Aufnahme im Solothurner Markt verstehen.

INTERVIEW: SAMUEL THOMI