Trotz historisch tiefer Zinsen blickt die Berner Kantonalbank (BEKB) auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. «Die langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik hat sich erneut bewährt», betonte CEO Hanspeter Rüfenacht an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. So konnte die drittgrösste Kantonalbank der Schweiz 2014 ebenso mehr Gelder ausleihen wie Kunden öfter ihr Geld bei der BEKB anlegten.

Da die Bank derweil weiter ihre Kosten senken konnte, resultierte am Ende gar ein leicht höherer Gewinn nach Steuern von 130,4 Millionen Franken. Das wiederum freut die Aktionäre, darunter als grösster der klamme Kanton Bern. Denn die Geschäftsleitung beantragt der Generalversammlung im Mai die Dividende um 30 Rappen auf 5,80 Franken zu erhöhen.

Von den Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank sei die BEKB bislang nicht unmittelbar betroffen, sagte Hanspeter Rüfenacht. Für Grosskunden lägen die BEKB-Zinsen sowieso schon länger bei Null. Da auslaufende Festhypotheken heute deutlich tiefer verlängert werden, würden die Erträge auch mittelfristig sinken. Dass das Hypothekengeschäft der BEKB nur moderat wachse, sei gewollt. «Wir machen keine Kompromisse bei der Kreditvergabe», betonte Bank-Chef Rüfenacht einmal mehr. Um dennoch konkurrenzfähig zu bleiben, sei man allenfalls bei den Konditionen zu Diskussionen bereit.

Personalbestand wird sinken

Ebenso gelassen nimmt der CEO den Steuerstreit mit den USA. Demnächst erwarteten die der Kategorie 2 zugeteilten Banken einen neuen Vorschlag zur Beilegung des jahrelangen Konfliktes. Weil die BEKB jedoch kaum davon betroffen sei, ist laut Rüfenacht «nichts ausgeschlossen». Sprich: Auch nicht, dass die Berner die Verhandlungen der Schweizer Banken mit den USA verlassen.

Weil bei den Zinsen keine Trendwende in Sicht ist, und damit der Druck auf den Margen des traditionellen Bankgeschäfts hoch bleibt, steige die Bedeutung des Kostenmanagements. Deshalb wird der Personalbestand laut Hanspeter Rüfenacht zwar weiter sinken, Entlassungen seien aber kein Thema.