Es wird trainiert, bis die Wände wackeln, im Kinder- und Jugendzirkus Pitypalatty. 35 Kinder und Jugendliche sind dieses Jahr dabei und vollführen spektakuläre Kunststücke. Das Sujet, passend zum Wetter: «Parapluie - mit Schirm und Scharm».

Spektakuläre Show

Die Jongleure werfen zielsicher Bälle, Kegel und Diabolos durch die Dorfhalle in Lommiswil. Die Seiltänzerinnen spazieren graziös über das gespannte Seil. Eine der Tänzerinnen, Dea aus Bellach, setzt sich entspannt mit ihrem Stuhl auf das Seil und jongliert mit drei Bällen.

Eliane aus Subingen hängt sich an das Vertikalseil, schwebt in vier Meter Höhe mit dem Kopf nach unten. Mit einem Ruck dreht sie sich aus dem Seil und verharrt nur wenige Zentimeter über dem Boden.

Eine spektakuläre Show bieten auch die Akrobaten: Der Hahn im Korb, Andrei aus Solothurn, hebt seine Partnerinnen hoch. Diese vollführen auf seinen Händen verblüffende Figuren. Regelmässig schallt der Zwischenruf der Zirkusleiterin, Barbara von Arx, durch die Halle: «Denkt an eure Köperspannung!»

Mit viel Witz runden die Clowns die Vorstellung ab: In grünen Latzhosen, grauen Gummistiefeln und der passenden roten Nase schlürfen die vier Clowninnen über die Bühne.

Ein bunter Haufen, plus sieben

Dieses Jahr stiessen fünf neue Jungs zum farbenfrohen Team des Pitypalatty hinzu. Barbara von Arx freut sich sehr darüber: «Wir versuchen die Geschlechter im Gleichgewicht zu halten.» Tendenziell zählt der Zirkus aber mehr weibliche als männliche, sowie mehr alte als neue Gesichter.

«Sieben Neue haben wir dieses Jahr.» Die anderen 28 zwischen 10 und 18 Jahren sind schon mindestens einmal dabei gewesen. Nicola aus Lommiswil, der nun einer der Leiter ist, macht bereits seit acht Jahren im Zirkus mit. «Die meisten gehen gar nicht mehr», sagt die ausgebildete Bewegungsschauspielerin.

Ihr Ziel sei aber, neben Jungs und Mädels, möglichst unterschiedliche Altersklassen zu gewinnen. «Wir wollen nicht nur die Besten behalten, im Gegenteil, der Zirkus lebt davon, ein bunter Haufen zu sein, gespickt mit Gross und Klein.»

Im Oktober beginnen die Trainings für die Artisten des Pitypalatty. Jeden Samstag treffen sie sich in der Dorfhalle in Lommiswil und üben, üben, üben. Die Teilnehmer versuchen sich anfangs in den verschiedenen Disziplinen, bis sie sich im Januar für eine oder zwei entscheiden.

«Jedes der Kinder findet seinen Platz bei uns. Egal ob begabt oder eher weniger», sagt Edi Modespacher, Regieführer des Pitypalatty. Ausgiebig geübt und Kostüme angepasst wird vor allem während der Intensivwoche anfangs April, damit jedes Detail sitzt für die Aufführungen Ende Mai.

Der Traum eines Übungsraums

Die Nachfrage nach Zirkustrainings ist sehr gross: «Jedes Jahr melden sich mehr Kinder für den Zirkus an, als wir Plätze haben», erklärt von Arx. Bereits mit den 35 Jugendlichen sei der Zirkus über seine Grenzen hinaus gewachsen. Ursprünglich waren immer nur 30 dabei.

«Ideal wäre ein eigener Trainingsraum, den wir jederzeit benützen könnten», nennt die Zirkusleiterin ihren Traum, «dann wäre auch ein Training unter der Woche möglich.» Mit einem eigenen Übungsraum, idealerweise in Solothurn, würde der Zirkus mehr Kurse anbieten können.

«Ein Workshop für die ganz Kleinen beispielsweise», fügt Barbara von Arx an. Leider sei es erst Wunschdenken, denn eine passende Manege hat der Jugendzirkus noch nicht gefunden.
Aufführungen: 25. und 26. Mai in der Dorfhalle, Lommiswil. 23. und 24. August beim Baseltor, Solothurn.