Feldbrunnen-St. Niklaus
Beim Schloss Waldegg soll auch die Umgebung geschützt werden

Das Räumliche Leitbild erhält ein neues Kapitel zum Schloss Waldegg, mit dem die Umgebung des Schlosses berücksichtigt wird. Eine Einzonung des Landwirtschaftslandes zu Bauland ist in der neuen Fassung des Leitbildes kein Thema mehr.

Urs Byland
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Das Schloss Waldegg ist von weit her einsehbar.

Das Schloss Waldegg ist von weit her einsehbar.

Simon Dietiker

Feldbrunnen erarbeitet ein Räumliches Leitbild. Dieses hat in seiner Entstehung eine unerwartete Wende erfahren. In einer ersten Fassung war noch von einer Einzonung von Landwirtschaftsland zu Bauland die Rede. Dies in einer landschaftlich und ortsbaulich sensiblen Lage, neben dem Waldegghof, südöstlich der Allee zum Schloss Waldegg.

Mit einer Überbauung hätte allenfalls auch ein grosser Mehrwert erreicht werden können, schreiben die Autoren der ersten Fassung des Leitbildes. Und zwar für den langfristigen Erhalt und die Erlebbarkeit des Waldegghofs mit seinem alten Baumbestand.

Das war einmal. Die neue Fassung des Räumlichen Leitbildes, nach der Mitwirkungsphase, will nichts mehr von einer Einzonung wissen. Damit reagiert die Arbeitsgruppe auf die Kritik am Informationsanlass zur Mitwirkung sowie auf Eingaben. Im Gegenteil wird sogar ein neues Kapitel 11 eingerückt – «Schloss Waldegg mit seinen Alleen und seiner Umgebung».

«Das Schloss Waldegg stiftet für die Gemeinde Identität. Die Einsehbarkeit des Schlosses von grossen Teilen der Gemeinde aus wird durch die Schutzzone sichergestellt. Sie wird deshalb überprüft.» Es war der Kanton, der in der Mitwirkung in seiner Stellungnahme diesen Vorschlag einbrachte, der nun im Räumlichen Leitbild enthalten ist.

«Der Druck ist da»

Dieser Teil der kantonalen Stellungnahme stammt aus der Feder von Raumplaner Ruedi Bieri. «In der Regel ist der Umgebungsschutz von geschützten Gebäuden nicht sehr griffig», erläutert Bieri. Bestes Beispiel ist Feldbrunnen selber, das, wie oben erwähnt, ursprünglich Land neben dem Waldegghof einzonen wollte. Notabene in einem Gebiet, das bereits als Schutzzone ausgewiesen ist. Diese bestehende Schutzzone erstreckt sich über das Gebiet vom Schloss Waldegg, Villa Serdang und Villa Koch.

Weshalb strengt nun der Kanton eine Überprüfung der bereits bestehenden Schutzzone Waldegg an? «Der Druck ist da», sagt der Raumplaner Ruedi Bieri. Gemeint sind Begehren nach Einzonungen, nicht nur beim Waldegghof. Ruedi Bieri hat deshalb den Spiess umgekehrt. «Wenn eine kantonale Schutzzone da ist, wird das Interesse an einer unversehrten Umgebung höher gewichtet, als wenn es nur eine kommunale Schutzzone ist.» Sollte nach einer Überprüfung eine kantonale Schutzzone eingerichtet werden, ist davon auszugehen, dass in Feldbrunnen nördlich der Baselstrasse kein zusätzliches Bauland eingezont werden kann.

Das nach der Mitwirkung angepasste Räumliche Leitbild wurde an der letzten Gemeinderatssitzung erstmals vorgestellt. Verarbeitet waren die zirka 60 Mitwirkungseingaben. Es erfährt heute Abend im Gemeinderat von Feldbrunnen eine zweite Lesung.