Ein stattlicher Brauner samt uniformiertem Dragoner begrüsste die eintreffenden Gäste am Eingang der Mehrzweckhalle in Subingen. Beide waren zwar nicht echt und auch sonst waren keine lebendigen Rosse in Sicht.

Dafür hatten sich viele Pferdefreunde eingefunden, um mit dem Reitverein Wasseramt den 100. Geburtstag zu feiern. Vereinsmitglieder, Vertreter befreundeter Reitvereine und Subinger Vereine. Die Jugendmusik Etziken unter der Leitung von Priska Stampfli stimmte mit einer rassigen Schwyzerörgeli-Darbietung auf den Abend ein.

Rückblick mit Wehmut

Ehrenpräsident Heinz Bieri, seit 42 Jahren im Verein, schaute wehmütig auf die Vergangenheit zurück. «Es ist nicht mehr die Zeit, die damals war», wiederholte er mehrmals. Er erinnerte sich an zweitägige Ausritte, 5-Reitvereinstreffen oder Fuchsschwanzjagden.

Aktivitäten, die es heute nicht mehr gibt. Er wusste einige Anekdoten zu erzählen, zum Beispiel über lange Nächte oder Dragoner, die ihr Pferd im Pyjama putzten. Trotz aller Wehmut ist er stolz, dass der Verein auch heute noch sehr aktiv ist. Die beliebten Pferdsporttage im Sommer seien ein Publikumsmagnet. Mit vielen sportlichen Anlässen und mit Kursen in Dressur- oder Springreiten fördere der Verein alle Sparten des Reitsports, so Bieri weiter.

Die Heirat vollziehen

Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold erinnerte sich, dass er schon als kleiner Bub an der Hand seines Vaters die Springkonkurrenz in Subingen besuchen durfte und von der Eleganz und Kraft der Pferde beeindruckt war.

Er bedauerte, dass mit der Abschaffung der Kavallerie durch die Bundesversammlung 1972 mit einem Schlag eine Tradition verloren ging. Er rechnete dem Verein hoch an, dass er sich trotzdem weiterhin aktiv für die Erhaltung des Reitsports einsetzt.

Da der Verein schon seit 60 Jahren seine Aktivitäten vorwiegend in Subingen ausführe und dort quasi zu Hause sei, regte er an, dieses Konkubinat mit der Gemeinde endlich zu beenden, die Heirat zu vollziehen und den Namen in «Reitverein Subingen» zu ändern.

Im Gegenzug würde er in Erwägung ziehen, den Stier im Subinger Wappen durch den Schimmel auf der Standarte des Vereins zu ersetzen, meinte er augenzwinkernd. An eine 1978 gebrochene Tradition erinnerte sich OK-Präsident Hans Schwaller, als mit Susanne Probst, der heutigen Vizepräsidentin, die erste Frau im Verein aufgenommen wurde.

Gratulationen und Geschenke

Michael Kummli, Präsident des Vereinskonvents Subingen überbrachte dem Geburtstagskind von den anderen 30 Subinger Vereinen einen Zustupf in die Kasse. Eva Gygax Künzli, Präsidentin des Zentralschweizer Kavallerie- und Pferdesportverbandes lobte den Verein für den Balanceakt, Traditionen zu erhalten und gleichzeitig den Anliegen der Jugend gerecht zu werden. Ebenso für den grossen Beitrag, den er für das Wohl des Pferdes leiste. «Das Pferd soll immer im Zentrum stehen», betonte sie.

Die «Provinzmusig» aus Zuchwil begleitete durch den Abend und sorgte mit einem Potpourri aus Hits und Evergreens für Stimmung. Für die Aktivierung der Lachmuskeln war Pädu Hess aus Mümliswil zuständig. Mit seinen träfen Sprüchen liess er kein Auge trocken.

Die Frauen des Samaritervereins bedienten die Gäste unter der Leitung von Silvio Lüthi, Präsident des Reitvereins, mit einem köstlichen Essen.