Dornach

Baustellen auf Strasse, Verwaltung und in der Gemeindekasse

Gemeindeverwaltung von Dornach

Gemeindeverwaltung von Dornach

Die Dornacher Bauverwaltung ist selbst eine Baustelle. Mit mehr personellen Ressourcen soll sie nun für anstehende Grossprojekte fit gemacht werden. Finanziell darf die Gemeinde kurz durchatmen.

Die Investitionsrechnung der Gemeinde Dornach deutet es schon seit Jahren an. Immer wieder verzögern sich Bauvorhaben. Die Instandhaltung der Infrastruktur hinkt hinter dem Zeitplan her, die Gemeinde steckt in einem Investitionsstau. Dies führte erfreulicherweise mehrfach zu einem verbesserten Rechnungsergebnis, aber unerfreulicherweise wurde damit auch ein Trugbild erzeugt.

Ähnlich wie beim in Schieflage geratenen Finanzhaushalt scheint auch das Bauwesen in der Gemeinde in ein strukturelles Problem geraten zu sein. Der Gemeinderat hat die Situation nun erkannt. Mit einer Aufstockung des Stellenbudgets der Bauverwaltung um 60 auf total 420 Prozent soll diese «Baustelle» nun in Angriff genommen werden. Demnach sollen zusätzlichen Stellenprozente gleichmässig auf die drei Bereiche Bewirtschaftung von Gemeindeliegenschaften, Grossplanungen und Raumplanung sowie das Baugesuchswesen verteilt werden. «Wir wollen unsere eigenen Liegenschaften besser in Schuss halten», erklärte Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch. Weiter verwies er auf anstehende Grossplanungen wie die Entwicklung des Gebiets Widen und den Bahnanschluss Aepfelsee.

Angesichts der angespannten Finanzlage Dornachs zerstreute Schlatter allfällige Bedenken, verschwenderisch mit den Ressourcen umzugehen sogleich. Man werde die zusätzlichen Ressourcen nicht zwingend ausnützen. Man wolle sich so aber Handlungsspielraum schaffen. Vor dem Hintergrund der Grossprojekte im Tal, kam die Gemeindeversammlung zum Schluss, dass die Argumentation plausibel ist und segnete die die Pensenerhöhung auf der Bauverwaltung diskussionslos ab. Ebenso die Sanierung des Knotens Goetheanums. Eines jener Projekte, das auch schon länger in der Pipeline steckt, als ursprünglich geplant.

Die Kreuzung wird neu zu einem Kreisel umgestaltet und die Bushaltestellen an der Goetheanumstrasse unterhalb des Speisehauses realisiert. Dafür kommt die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft auf. Diese war mit dieser Lösung nicht ganz zufrieden und wünschte sich lange eine andere planerische Variante. Der jetzige, die Tiefbauchef Dominik Kamber als «das Beste aus allen Varianten» anpries, stimmte die AAG dann mässig begeistert doch zu. Kamber verlässt die Gemeinde Dornach auf eigenen Wunsch Ende August.

Ausreisser nach oben

49'194 Franken und 94 Rappen beträgt der Überschuss, den Dornach im letzten Jahr erwirtschaftete. Budgetiert war allerdings ein Verlust von 1,01 Millionen Franken. Woher rührt diese mehr als stattliche Differenz? Erklärungen, wie die hohe Ausgabendisziplin auf der Verwaltung, greifen hier zu kurz. Das überraschend positive Rechnungsergebnis ist im Wesentlichen mit zwei Faktoren zu erklären: Deutlich gestiegene Einnahmen und nicht getätigte Ausgaben. «Das Pendel schlug dieses Jahr in jeder Hinsicht zu unseren Gunsten aus», erklärte Finanzverwalter Gregor Minzer. Besonders bei den Steuereinnahmen.

Ein einmaliger Geschäftsfall brachte allein eine Million Franken und die 30 besten Steuerzahler der Gemeinde 300‘000 Franken mehr. Das strukturelle Defizit übersteigt nach wie vor die Millionengrenze, der Gemeinderat hat also noch Hausaufgaben zu erledigen. Für den Moment aber ein wenig Zeit zum Luft holen. Schon 2016 werde die neue Rechnungslegung nach HRM 2 die Rechnung – zumindest vorübergehend – zusätzlich belasten, warnte Minzer.

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