Auf dem Wissensteinfeld fahren schon bald die Bagger auf. Die Baubewilligung für das Service- und Dienstleistungszentrum der Steinhoff Properties AG wurde von der Gemeinde Derendingen unter Auflagen erteilt.

Noch fehlt nämlich die Genehmigung des Gestaltungsplanes. Dieser liegt beim Kanton und sollte nächsten Monat im Regierungsrat behandelt werden. Mit den Aushubarbeiten wird in den kommenden Wochen begonnen, denn diese dürfen vorgezogen werden. Der eigentliche Spatenstich ist auf Ende September, Anfang Oktober terminiert. Nach nur gerade 14 Monaten Bauzeit soll der Neubau Ende 2015 bezogen werden.

So soll das Service- und Dienstleistungszentrum aussehen.

So soll das Service- und Dienstleistungszentrum aussehen.

Glücklich über die Lösung

«Als Gemeindepräsident bin ich glücklich», erklärte Kuno Tschumi am Donnerstag anlässlich einer Medieninformation. Das Wissensteinfeld habe ihn schon vor seinem Amtsantritt vor neun Jahren zum ersten Mal beschäftigt. Damals wurde das Land eingezont und als «kantonaler Entwicklungsschwerpunkt» definiert. Der Gemeinderat stehe hinter dem Projekt, das jetzt ausgeführt wird. «Wir haben viele Gespräche geführt und Aufklärungsarbeit geleistet», so Tschumi weiter. Die einzige Einsprache, die es gab, konnte ebenfalls auf dem Verhandlungsweg geregelt werden.

Das Gebäude, das auf dem rund 80 000 Quadratmeter grossen Gelände gebaut wird, umfasst Lagerflächen, Büroflächen und eine Tiefgarage. Auf dem Dach wird eine Solaranlage geplant. Auch eine Heizzentrale, von der andere Firmen ebenfalls profitieren könnten, ist im Gespräch. «Nachhaltigkeit wird gerade in unserer Branche immer mehr zum Thema», so Hans-Ulrich Bussas (Leiter Immobilien Steinhoff Europe). Das gehe von der Produktion hin zum Transport und zur Rückgewinnung von Energie aus Abfallprodukten.

Steinhoff stand unter grossem Zeitdruck. «Bauexperten haben uns erklärt, dass wir es nie schaffen werden, das Projekt in der Schweiz in so kurzer Zeit zu realisieren», meint Katja Berlinger (Verwaltungsrätin Steinhoff Properties). Tatsächlich habe man deshalb erwogen, den Neubau im nahen Ausland zu realisieren. «Das haben wir auch immer ehrlich kommuniziert.» Dass man nun doch in der Schweiz bauen könne, sei auch den Behörden zu verdanken, die das Projekt mitgetragen hätten.

Anzahl Fahrten liegt im Rahmen

Tschumi machte klar, dass Derendingen mit dem Neubau und der Ansiedlung eine gute Lösung habe. «Bevor die Baubewilligung erteilt wurde, musste Steinhoff ein Fahrtenkonzept erstellen. Wir haben auch ein Mobilitätsmanagement verlangt. Dank der Kantine werden am Mittag ebenfalls weniger Fahrten generiert.» Alle Berechnungen würden aufzeigen, dass der Mehrverkehr für die Region tragbar sei.

Ein weiteres Argument für Tschumi sind auch die Arbeitsplätze, die geschaffen werden. Rund 220 sollen es sein: Je hälftig verteilt auf den Logistikbereich und die Verwaltung. «Die meisten Mitarbeiter werden wir neu rekrutieren», verspricht Dirk Schreiber (Finanzchef Steinhoff Europe).

Dazu soll ein Designzentrum aufgebaut werden. «Dafür eignet sich die Schweiz bestens», ist Schreiber überzeugt. «Global Range» ist hier unter anderem das Stichwort. Das sind Artikel, die so konzipiert sind, dass sie weltweit verkauft werden können.