Langendorf
Baugesuch sistiert - gibt es zwei neue Optionen für die «Eleven»-Zukunft?

Die Betreiber des «Eleven» haben das Baugesuch für die Umnutzung des Bucher-Gebäudes im Langendörfer Industriegebiet sistiert. Sie arbeiten an neuen Projekten. Wann genau Markus Moerler seinen Club öffnen kann, weiss er nicht.

Christoph Neuenschwander
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Im Bucher-Gebäude im Langendörfer Industriegebiet sollte das neue Eleven entstehen.

Im Bucher-Gebäude im Langendörfer Industriegebiet sollte das neue Eleven entstehen.

Wolfgang Wagmann

Die Enttäuschung ist Markus Moerler deutlich anzumerken. Die Enttäuschung und der Frust. Denn gerade im Angesicht der Solidaritätsbekundungen, die dem Veranstalter in den letzten Wochen immer zahlreicher entgegengebracht werden, schmerzt die Haltung der Einsprecher aus Langendorf (wir berichteten) umso mehr. Weil das «Eleven» aus der Solothurner Fabrikstrasse ausziehen musste, wollte Moerler den Club in der leerstehenden Bucher-Halle neu eröffnen.

Doch die Einsprecher, so befürchtet er, werden von ihrem Vorhaben kaum abrücken, diese Neueröffnung zu verhindern. «Ob jemand bis ans Bundesgericht gehen würde, ist schwer zu sagen», kommentiert Moerler. «Wie gut unsere Chancen in einem Rechtstreit stehen, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht Jurist bin.» Sicher ist aber, dass die Einsprecher die Zeit auf ihrer Seite haben.

Denn Zeit ist genau das, was Moerler und seinem Team fehlt. Ein wenig Zeit haben sie sich nun genommen: mit der Sistierung des Umbau- und Umnutzungsgesuchs. «Wir wollen uns in Ruhe mit den Einsprachen auseinandersetzen», sagt der Veranstalter, der sich noch Anfang Juni nicht von dieser ersten Hürde abschrecken liess.

Ein Grund für die Sistierung dürfte sein, dass sich für die Zukunft des «Eleven» zwei neue Optionen eröffnet haben, bei denen «die Erfolgschancen grösser sind», wie Moerler glaubt. Er wolle nun an allen Projekten dranbleiben, um die Chancen, eine geeignete neue Location zu finden, zu erhöhen.

Über seine beiden neuen Pläne will er allerdings noch nichts verraten. Er wolle jetzt noch keine Leute aufscheuchen, die sich dann gegen die Projekte organisieren und Stimmung machen könnten. «In Langendorf haben wir im Voraus informiert, aber das war offenbar die falsche Strategie», beurteilt er.

Nur nicht vor der eigenen Tür

Denn da habe man sich vor der Baupublikation mit den Nachbarn zusammengesetzt und eigentlich einen guten Eindruck gehabt. Aber genau jene, die am interessiertesten am Projekt schienen, seien diejenigen, die das gröbste Geschütz aufgefahren hätten, sagt Moerler.

Dabei habe nur gerade ein Einziger die Pläne auf der Gemeinde studiert. Und keiner habe sich mit dem «Eleven»-Team in Verbindung gesetzt, um Befürchtungen oder Ungewissheiten zu thematisieren.

Für Moerler verdeutliche dies eine Mentalität, mit der viele Unternehmer in der Schweiz zu kämpfen haben. Niemand wolle ein Bauprojekt vor der eigenen Haustür haben, ob es ein neues Einfamilienhaus oder die Wasserstadt sei. «Oft kann einer alles verhindern.»

Parkplatzproblem ernst nehmen

In Langendorf waren es mehrere Einsprachen: 13 an der Zahl – wobei es sich bei einigen um Sammeleinsprachen mit bis zu 20 Unterschriften handelt. Dass er im Langendorfer Industrieareal auf dermassen viel Widerstand treffen würde, damit hatte Markus Moerler nicht gerechnet. Besonders, weil man im Konzept eigentlich viele der geäusserten Ängste bereits vorweggenommen hätte. So würde sich das Team des möglichen Litterings annehmen. Trotzdem wurde der Abfall in vielen Einsprachen erwähnt. Einzig das Parkplatzproblem müsse man wirklich ernst nehmen. «Wir dürften zwar die Migros-Parkplätze brauchen. Aber ein findiger Einsprecher hat gemerkt, dass das Migros diese nur mietet und deshalb nicht so einfach an uns weitergeben dürfte. Aber wo bleibt bei solchen Penibilitäten die Toleranz? Wem nutzt das was?»

Positiv überrascht habe Moerler dann aber die Solidarität aus der ganzen Region. «Viele sind auf uns zugekommen, haben Hilfe und finanzielle Unterstützung angeboten oder neue Locations vorgeschlagen.» Auch habe man gemerkt, dass in der Solothurner Kulturszene nun etwas fehle. Das «Eleven»-Team kann indes weiterhin Anlässe in anderen Lokalen durchführen, etwa im «Solheure». Das sei doch etwas Schönes, so Moerler. In Solothurn sei Solidarität wichtiger als Konkurrenz.