Openair Etziken
Bastian Baker begeisterte am Openair Etziken

Am Freitag waren am Openair Etziken Bligg, Pegasus und Steff la Cheffe die Highlights. Auch der Samstag war ausverkauft – dank Bastian Baker und Krokus.

Béatrice Kaufmann
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Bastian Baker begeistert die Menge
22 Bilder
Bastian Baker's Performance verschlägt so manchem Fan die Sprache
Open-air Etziken, Impressionen vom Samstag
Der Bassist von Bastian Baker legt sich ins Zeug
Bastian Baker's Forderung wild mitzutanzen kommen die Fans enthusiastisch nach
Von der VIP-Lounge ist die Aussicht besonders gut
Alle wollen einen Blick erhaschen
Die Fans von Bastian Baker singen lauthals mit
Der Fels in der Brandung
Für den Openair-Nachwuchs ist gesorgt
Nur Papa ist cooler als Bastian Baker
Much too Matsch
Am Samstag Abend zeigte sich Petrus wieder von der freundlichen Seite
Die Sonne wird die nassen Kleider schon trocknen
Das PC7-Team am trainieren
Für das Kulinarische war gesorgt
Für das Kulinarische war gesorgt
Die Lokalmatadoren von Krokus rockten die Bühne
Die Lokalmatadoren von Krokus rockten die Bühne
Krokus-Bassist Chris von Rohr
Die Lokalmatadoren von Krokus rockten die Bühne
An vordester Front beim Konzert von Krokus

Bastian Baker begeistert die Menge

Tina Dauwalder und Thomas Ulrich

Die von 2Raumwohnung besungenen 36 Grad spürten die Besucher des Etziken Openairs zeitweise, am Samstag jedoch nicht dank der Sonne. Stattdessen liess Petrus es am Morgen regnen und stoppte die unfreiwillige Dusche erst gegen Abend. Die Konsequenz: Pfützen vor der Hauptbühne, rutschige Schlammwiesen und „meh Dräck“ am Schuhwerk der Festivalbesucher.

Kostenlose Schlammpackungen

Nachdem am Freitag die Hiphop-Fans auf ihre Kosten gekommen waren, wurden die Besucher am Samstag vor allem mit Pop und Rock versorgt. Dabei stellten die Festivalbesucher ihre Wetterfestigkeit unter Beweis. Die einen sangen schon am Nachmittag mit Trauffer schunkelnd von „Chüeh“, die „Müeh“ machen, andere traten entzückt in Pfützen und warfen auch mal ihre Begleitpersonen freundschaftlich zu Boden, um ihnen kostenlose Schlammpackungen zu verpassen. Im Vergleich zum „Brienzer Buurli“ tat Judith Holofernes sich etwas schwerer.

Die sympathische Berlinerin, früher Frontfrau der Band Wir sind Helden, vermochte das Publikum mit ihren gemütlichen Songs nur schwer vor der Hauptbühne zu halten. Profitieren konnte davon Bassist Rod, der ausnahmsweise nicht mit der „besten Band der Welt“ sondern mit ¡más Shake! unterwegs war. Die, im Vergleich mit den Ärzten, unbekannte Band vermochte ihr Südamerika-Feeling übers Zelt hinaus an höchste Stelle zu transportieren. So riss der Himmel langsam auf und erste Sonnenstrahlen trafen das Festivalgelände.

Party für Teenies und Altrocker

Dass auch der Samstag ausverkauft war, verdankt das OK gleich zwei Acts: Teeniestar Bastian Baker und den Solothurner Altrockern von Krokus. Romand Bastian begeisterte sein mehrheitlich weibliches Publikum mit Hits wie „Lucky“ und „I’d sing for you“. Die stahlblauen Augen, der Bligg-Style – Bart und etwas längere Haare – und die tapsigen Versuche, sich in Mundart mit seinen Fans zu verständigen, quittierte das Publikum mit zu Herzen geformten Fingern und Kreischen im Hohen C. Den sprachlichen Vogel schoss Bastian ab, als er erklärte, auf die Ankündigung des Hits „Give me your heart“ folgte in der Regel ein kollektives „Jöö!“. „Ich weiss nicht, was ‚jö‘ heisst. Aber jö dich auch!“

Nach Bastians „wundergeilem“ Auftritt machte das Festival sukzessive eine Metamorphose durch. Auf der Bühne wurden Bärte und Haare länger, im Publikum stieg das Durchschnittsalter parallel zur Anzahl grauer Haare und Bauchumfang an. Im Zelt wurde die deutsche Folk-Rock-Band „Fiddler’s green“ aktiv verwirrt. „Wir haben noch nie von diesem Festival gehört und jetzt haben wir eine solche Stimmung!“ rief der sichtlich erstaunte Sänger Albi.

Denn vor der Bühne musste man sich vom ersten Takt an vor pogenden „Folks“ in Acht nehmen. So waren die Glieder warm, als auf der Hauptbühne die ersten dröhnenden Akkorde von Krokus ertönten. Eine Wand aus Verstärkern baute sich hinter den Rockern auf, die im Vergleich zu anderen Bands nach dem Motto „lifere statt lafere“ agierten. Einzig Bassist Chris von Rohr unternahm einige ungeschickte Versuche, Sprüche zu platzieren.

Sänger Marc Storace erntete für seine Moderation jedoch deutlich mehr Sympathie. Ansonsten lieferten die Altrocker ein beeindruckendes Heimspiel ab und überzeugten mit gewohnt grandiosen Gitarren-, Bass- und Schlagzeugkünsten, gepaart mit Storace’s unverwechselbaren Gesang. Das Feuerwerk für die Ohren wurde am Ende durch ein optisches Feuerwerk ergänzt, das hinter der Bühne am Himmel erstrahlte. Ein gelungener Abschluss für ein erstmals ausverkauftes Etziken Openair. Wer nun noch Energie hatte, konnte diese bei The BluesRock Machine und 2Raumwohnung endgültig verbraten – und die 36 Grad selbst besingen.

Steff la Cheffe, Bligg, Pegasus

Bereits der Freitabend war gelungen. Als Steff la Cheffe sich kurz nach sechs Uhr bei Petrus für das gute Wetter bedankte, mag das etwas voreilig gewirkt haben, denn der Himmel war wolkenverhangen. Zum Glück aber kann das „Meitschi vom Breitsch“ nicht nur fabelhaft rappen, sondern offenbar auch zuverlässige Prognosen erstellen.

Und so durften die Besucher des Openair Etziken auch zu Pegasus und Bligg herzhaft abgehen, ohne dabei nass zu werden – mal abgesehen vom eigenen Schweiss und dem gelegentlichen Gutsch Bier.

Partystimmung war ebenfalls auf und vor der Zeltbühne angesagt. Jedenfalls wurde der erste ausverkaufte Freitag in der Geschichte des Festivals gebührend gefeiert. (cnd)

Bligg am Openair Etziken
63 Bilder
Wegen einer Sprunggelenkfraktur sass Bligg des öfteren auf einem Sofa
Bligg mit Krücke
Bligg von den beiden Backgroundsängerinnen eingerahmt
Die erste Publikumsreihe am Openair Etziken
Bligg rockte
Bligg hatte auch Tänzerinnen dabei
Die junge Dame mit Hut ahnt nicht, dass Bligg sie auf die Bühne holen wird.
Manillio heizt auf der Zeltbühne trotz Erkältung ein – oder gerade deswegen.
Manillio aus Solothurn hatte ein Heimspiel
The BluesRock Maschine heizte zum Schluss ein
Eine kurze Pause
Kurze Verschnaufpause zwischendurch.
Pegasus auf der Hauptbühne, kurz vor dem Bonbon-Hagel.
Die Bieler begeisterten das Publikum
Pegasus
Pegasus-Frontsänger Noah Veraguth
Endlich freie Sicht auf die Bühne.
Bitte lächeln.
Blick von der Tribüne
Steff la Cheffe auf der Bühne
Steff la Cheffe: Beatboxerin, Rampensau und heimlicher Manillio-Fan.
Der Zeltplatz

Bligg am Openair Etziken

Hans Ulrich Mülchi