Lohn-Ammannsegg
Basis der Milchproduktion ist die Harmonie von Mensch, Tier und Technik

Auf dem Brunnackerhof in Lohn-Ammannsegg fand die Vorausscheidung Region Westschweiz/ Bern zum 4. Melkwettbewerb statt. Drei Jungmelkerinnen und sechs Jungmelker stellten ihr Können unter Beweis.

Lucien Fluri
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Melkwettbewerb in Lohn-Ammansegg
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Vorausscheidungen zum 4. Melkwettbewerb
Vorausscheidungen zum 4. Melkwettbewerb
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Melkwettbewerb in Lohn-Ammansegg

Isabel Mäder

Der Mensch ist nicht mehr so massgebend, sondern die Technik: Dieser Gedanke erscheint beim Betrachten der heutigen modernen Melkanlagen nicht mal so abwegig. «Auch wenn die Melkmaschine die Hauptarbeit leistet, ist die Person enorm wichtig», sagt Christian Schönbächler, Organisator des vierten Schweizer Melkwettbewerbs. Dies im Auftrag der Schweizer Milchproduzenten, der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon, von DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) Schweiz und Profi-Lait.

Das harmonische Zusammenspiel von Mensch, Tier und Technik lege den Grundstein für die Qualitätsmilchproduktion. Der Melker müsse nicht nur über ein umfassendes Wissen rund um das Tier und die Technik verfügen, sondern auch über viel handwerkliches Geschick.

Milchmenge nicht im Vordergrund

Auf dem Brunnackerhof in Lohn-Ammannsegg sitzen die für die Vorausscheidung Region Westschweiz/ Bern angemeldeten drei Jungmelkerinnen und sechs Jungmelker vorerst gemütlich beim Kaffee. Christian Schönbächler nennt ihnen dabei die Ziele des Melkwettbewerbs, nämlich die Milchqualität über einen optimalen Melkprozess zu fördern.

Wenig später stellen die jungen Leute ihre Qualitäten unter Beweis. Die einzige Regionale, Sibylle Lüthi aus Horriwil, in Ausbildung zur Landwirtin, ist zuerst an der Reihe. Ruhig steht sie kurz darauf im Melkstand, redet mit den zugewiesenen zwei Kühen, putzt und massiert ihre Euter und führt die Zitzen ins Melkzeug. Sie überwacht den Milchfluss, prüft nach dem Abhängen, ob die vier Euterzisternen entleert sind, und desinfiziert die Zitzen.

Der folgende, nicht ganz einfache Schalmtest, auch Milchzelltest genannt, ist ein schnelles und aussagekräftiges Hilfsmittel rund um die Gesundheit der Euter. Alles geschieht unter den gestrengen Augen der Experten Nicole Amrein und Thomas Manser. Für diese steht nicht die Milchmenge im Vordergrund, sondern der Eindruck der Melkerin, ihr Umgang mit der Kuh und der Technik, die Geschicklichkeit zwischen dem Vorbereiten und dem Ansetzen der Melkeinheit. Die praktische Melkarbeit macht den grössten Teil der Bewertung aus.

Siegerpreise animieren

Mit dabei an der Vorausscheidung auf dem modernen achtjährigen Brunnackerhof des Hubelmeteorologen Manfred Burki sind die Geschwister Burkhalter aus dem bernischen Gurzelen. «Es ist für mich eine gute Erfahrung mit viel Neuem», sagt Reto, der sich bereits vor zwei Jahren mit Erfolg den Juroren gestellt hat. Seine Schwester Rahel bestätigt dies und freut sich über das Kennenlernen von neuen Leuten.

Für Jean-Pascal Michel aus Sornetan im Berner Jura spielt der Konkurrenzgedanke mit. Nicht zuletzt animieren aber auch die Siegerpreise. Die drei Schweizer Erstplatzierten dürfen sich nämlich im November 2014 an der «EuroTier» in Hannover vergnügen. Zusätzlich messen sich die zwei Ersten im kommenden März mit Deutschlands Besten am Bundesmelkwettbewerb in Nordrhein-Westfalen. Vorerst aber heisst es für die acht Qualifizierten aus den beiden Vorrunden, sich im November im Finale in Tänikon zu behaupten. Dort haben sie zusätzlich zur Melkarbeit eine Theorieprüfung mit 35 Fragen rund um die Tierhaltung und die Milchgewinnung zu bewältigen.

Sibylle Lüthi erreicht schliesslich das Finale nur knapp nicht. «Ich habe viel profitiert, Neues gelernt, und im nächsten Jahr werde ich wieder mitmachen», sagt die junge Frau ungetrübt. Ganz im Sinne von Christian Schönbächler, der sich wünscht, dass alle etwas für ihre tägliche Arbeit mitnehmen können.