«Mitdenken, mitreden, mittragen» – unter diesem Motto lud der Gemeinderat die Einwohnerinnen und Einwohner von Balsthal zum Mitmachen in der Zukunftswerkstatt ein. Die Federführung und Moderation lagen bei Mitarbeitenden des Büros BSB und Partner. Das Ziel: Daten und Anregungen sammeln, damit ein neues räumliches Leitbild erstellt werden kann, das ab zweiter Hälfte nächsten Jahres gelten soll.

Der Aufmarsch in der Haulismatthalle war nicht überwältigend, doch die anwesenden 27 Personen machten engagiert mit. Jugendliche waren nicht dabei, dafür Leute, die sich – aus dem Ausland kommend – bewusst Balsthal als Wohnort ausgewählt hatten. Für alle anderen Einwohner ist es noch nicht zu spät zum Mitmachen: Am Donnerstag, 28. Juni, steht die Zukunftswerkstatt noch einmal offen. Zudem kann man auch via Gemeindeverwaltung schriftlich mitteilen, was einem in Balsthal gefällt und was nicht; ferner was wie geändert werden könnte oder sollte, und schliesslich, welche Visionen man für das Dorf hat.

Aktuelle Probleme sehr präsent

Mit den Visionen tat man sich in der Werkstatt verständlicherweise etwas schwer, zu präsent sind die aktuellen Probleme, wie in den Diskussionsrunden festzustellen war. Aufgeteilt in Gruppen brachten die Leute ihre Anliegen buchstäblich auf den Tisch, indem sie die Stichworte aufs Tischpapier schrieben: Zu viel Verkehr und Stau; Umfahrung Klus, bei der es nicht weitergeht; Lädelisterben; keine Wohnungen, weder für junge Paare noch für Senioren, daher Abwanderung Richtung Oensingen; keine Velowege; schlecht koordinierter öffentlicher Verkehr.

«Den Gäupark schliessen»

Lösungsvorschläge kamen ebenfalls auf den Tisch: Selber weniger das Auto benutzen, das würde den Verkehr reduzieren. Die Lädeli müssten nicht sterben, würden die Leute nicht nach Oensingen oder in den Gäupark zum Einkaufen fahren. Apropos Gäupark: Diesen zu schliessen wurde als Vision vorgebracht. Wohnungen könnten geschaffen werden auf der noch immer freien Hunzikerwiese, oder auf dem ehemaligen Papierfabrikareal. Beim öffentlichen Verkehr sich entscheiden: entweder Bus oder Bahn. Und wenn schon eine Bahn, dann eine, die gut zugänglich ist für Kinderwagen oder Rollstühle, so wie das neue Bipperlisi.

Doch noch Positives und Visionen

Schliesslich wurden doch noch viele gute Seiten von Balsthal aufgezählt: Das Dorf ist überschaubar, von Natur umgeben und liegt zentral in der Schweiz, hat eine grossartige Badi, ein breit gefächertes und funktionierendes Vereinswesen. Auch Visionen wurden entwickelt: Den Augstbach renaturieren und ins Dorfbild integrieren. Die Herrengasse (Hauptstrasse) verkehrsberuhigt gestalten. Das und mehr sei zu unternehmen, dass Balsthal für beispielhaften Ortsbildschutz einmal mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet wird.

Zweite Veranstaltung: Donnerstag, 28. Juni, 19.30 Uhr, Haulismatthalle.