Rüttenen
Bald nur noch mit Tempo 60 durch den «Ischlag»?

Gemeinderat stellt sich hinter den Bau des Forstwerkhofes der Bürgergemeinde im Steinbruchareal. Gemeindepräsidentin Heidi Pauli wies vor der Diskussion darauf hin, dass das Steinbruchareal in der Ortsplanung mit Absicht ausgeklammert worden war.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Bei einer Verlegung der Waldstrasse wird die Ein- und Ausfahrt relativ unübersichtlich, dem könnte eine Temporeduktion abhelfen.

Bei einer Verlegung der Waldstrasse wird die Ein- und Ausfahrt relativ unübersichtlich, dem könnte eine Temporeduktion abhelfen.

Architekt und Planer Michael Sattler stellte das Projekt vor. Er ging kurz auf die lange Geschichte der Planung in diesem Gebiet ein. «Das Areal, auf dem wir den Forstwerkhof bauen möchten, liegt zentral mitten in unserem Waldgebiet», so Sattler.

Zudem bestehe eine Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Leberberg, dessen Gebiet ebenfalls angrenze. Sattler machte darauf aufmerksam, dass der Bürgergemeinde Solothurn in der Zwischenzeit auch die Immobilen auf dem Areal gehören würden. «Wir konnten diese von der Vorbesitzerin übernehmen.» Darum habe die Bürgergemeinde ein vitales Interesse an diesem Gebiet.

Wertvolle Landschaft

Im Steinbruch Bargetzi gibt es zahlreiche geschützte und gefährdete Pflanzenarten. Aus diesem Grund möchte der Kanton das Gebiet so weit als möglich schützen. Es zeigte sich aber in der Zwischenzeit, dass eine begrenzte Nutzung für die Tier- und Pflanzenwelt von Vorteil ist.

Würde der Steinbruch nicht genutzt, dann würde er verwalden und die Tiere, die heute dort ihren Lebensraum gefunden haben, verdrängt. «Bevor der Teilzonenplan genehmigt wird, werden wir eine Vereinbarung unterzeichnen, die uns dazu verpflichtet, das Areal zu pflegen», so Sattler.

Kritik an der Einfahrtssituation

«Für mich ist die geplante Einfahrt zum Forstwerkhof sehr unglücklich», meinte Thomas Bigler (SP). Die heute bestehende Waldstrasse soll – auf Anraten des Kantons – um rund 30 Meter nach Norden verschoben werden.

Danach könnte der Werkhof via den neu zu erstellenden Waldweg mit Erschliessungsfunktion erreicht werden. Der neue Weg würde auf den ersten 50 Metern ab Hauptstrasse geteert, danach wäre es ein normaler Mergelweg. Der bisherige Waldweg, der fast genau auf der Kuppe zwischen Solothurn und Rüttenen liegt, würde rückgebaut.

Wenn die Einfahrt verlegt werde, sei es wegen der Topografie schwierig, die herannahenden Autos zu sehen. Vor allem im Hinblick darauf, dass dort bereits Tempo 80 gelte.

Temporeduktion auf 60 km/h

Laut Planungsbericht der Bürgergemeinde ist es für das Amt für Verkehr und Tiefbau vorstellbar, dass «im Nachgang zur Nutzungsplanung auf der Kantonsstrasse die Temporeduktion auf 60 km/h vorgenommen wird». Auch Heidi Pauli fand, dass Tempo 60 durch den Wald keine schlechte Lösung wäre.

Vroni Fluri (Grüne) bestätigte dies. «Ich habe jedes Jahr Reklamationen von Eltern, die finden, der Schulweg in Richtung Kantonsschule sei auf dieser Strasse sehr gefährlich.»

Der Gemeinderat stimmte der öffentlichen Auflage der Sondernutzungszone Forstwerkhof, mit den dazugehörigen Plänen und Dokumenten, bei einer Enthaltung zu. Zusätzlich beschloss der Gemeinderat, beim Kanton vorstellig zu werden und zu verlangen, dass die Kantonsstrasse künftig nur noch mit Tempo 60 befahren werden darf.

Aktuelle Nachrichten