«Wegen des Wetters lag die Besucherzahl weit unter den Durchschnitt.» Urs Jäggi, Betriebsleiter des Sportzentrums Zuchwil, kann vor allem den Monaten Mai, Juni und Juli wenig Gutes abgewinnen. «Es war zu wenig oft konstant warm und wenn, dann nicht an den Wochenenden.»

Gestern zum Saisonabschluss zählte Jäggi 42000 Eintritte. Das waren 400 Eintritte weniger als im schlechten Jahr zuvor. Als Gegenmassnahme habe man in dieser Saison das Schwimmkursangebot verbreitert. Die Kurse hätten Anklang gefunden. Viele Kursbesucher haben beispielsweise crawlen gelernt. Das Kursangebot eigne sich für alle, vom Kind bis zum Senior, und richte sich ebenso an Leistungsorientierte wie an Bewegungsfreudige.

Unfälle verzeichnete das Freibad keine. Die grosse Sanierung, der das bald 40-jährige Bad unterzogen werden muss, kann noch nicht im nächsten Jahr gestartet werden, aber Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung laufen. So wird auch nächstes Jahr die Sommersaison mit längeren Öffnungszeiten angeboten.

August rettete die Saison

Noch Ende Juli deutete in Messen alles auf eine schlechte Saison hin. Knapp 13000 Eintritte hatte man bis dahin verzeichnet. Doch allein der August fuhr mit 10000 Eintritten doch noch die halbe Miete ein. «Jetzt stehen wir bei 24000 Besuchern, das ist ein mittlerer Wert», sagt Bernhard Jöhr.

Der Präsident des Zweckverbands Schwimmbad Region Messen hat heuer öfters auch unbekannte Gesichter in der Badi gesehen – ein Indiz dafür, dass die Anlage noch immer neue Gäste anzieht. Ein Magnet ist in Messen sicher das Beachvolleyfeld mit dem Turnier Anfang Saison.

Hinzu kommt die Top-Lage am Hang des Rapperswiler Plateaus mit Aussicht auf den Bucheggberg, welche die Anlage aus dem Jahr 1968 zu einer der schönsten der Region macht. In den nächsten beiden Winterhalbjahren werde nun der unansehnliche Treppenturm vor dem Betriebsgebäude abgerissen. Und nach Ende der Badesaison 2013 muss die Chlorierungsanlage aufgrund kantonaler Auflagen erneuert werden.

Todesfall in der Badi

Gegen Ende der Saison starb im Schwimmbad Messen ein älterer Mann. Er wurde mit gesundheitlichen Problemen aus dem Wasser geborgen und konnte nicht reanimiert werden.

Silvia Weibel, die Frau für alles rund um das kleine Schwimmbad in Mühledorf, hat gleich nach dem Wetterumschlag mit dem Einwintern begonnen. Das Wetter hätte sie am liebsten selber gemacht, zieht sie Saisonbilanz. Immerhin habe die Badi im August in Sachen Besucherbilanz etwas aufholen können.

Genaue Zahlen kann sie nicht liefern, weil die Kinder von Mühledorf und den freiwillig mitzahlenden Nachbarsgemeinden Gratiseintritt geniessen. «Es war kein Bombenjahr.» Das Schwimmbad sei von Unfällen verschont geblieben. Und die Infrastruktur gebe zu keinen Sorgen Anlass. Unsicher sei ihr Engagement. «Da muss ich zuerst mit der Gemeinde einige Punkte besprechen.»

Die im Schwimmbad Eichholz in Gerlafingen organisierte Gewerbeausstellung habe auf die Eintrittszahl keine Auswirkung gehabt, erklärt Roland Wälchli. «Es war eine Supersache.» Der Bademeister blickt auf eine durchschnittliche Saison zurück.

Fast 10000 weniger Eintritte

Im Vergleich mit dem letzten Jahr ging aber die Anzahl der Eintritte um fast 10000 auf gut 65000 zurück. «Der August hat uns mit 24500 Eintritten noch stark geholfen.» Generell stelle er aber einen Rückgang des Interesses an öffentlichen Schwimmbädern fest.

«Früher lagen die Spitzenwerte bei 3500 bis 4000 Tageseintritten. Jetzt liegt der Spitzenwert bei 2500 Eintritten.» Die Tage mit solch hohen Eintrittszahlen könne er an einer Hand abzählen. «Wenn es nicht ‹bränntet›, kommen die Leute nicht ins Schwimmbad. Es muss 30 Grad sein, sonst läuft wenig.»

Am Aeschisee kann Rolf Nützi, der Betreiber des Strandbades, nichts anderes berichten als in den Schwimmbädern der Region. «Mai, Juni und Juli waren kalt und nass. Sobald es schön wurde, kamen auch die Leute.» Es sei eine durchzogene Saison gewesen, «wie in den letzten Jahren immer».

Gefehlt hätten die Wochenenden. «Anfangs August gabs ein schönes Wochenende und auch Ende August, aber da plätscherte die Saison bereits aus.» Er wolle aber nichts dramatisieren. Auf die kommende Saison hin müsse das Floss
erneuert werden. Den Kiosk würde er auch gerne erweitern. Die Wiedereröffnung vom Restaurant Seeblick habe der ganzen Situation beim Aeschisee gut getan. Offen ist das Bad noch sicher bis zum Bettag. Je nach Wettersituation werde er das Bad aber auch nachher noch offenhalten.