Dornach

Ausstellung im Heimatmuseum zeigt die Geschichte des Schwarzbubenlands

Die Mühle in Beinwil: Im Heimatmuseum Schwarzbubenland in Dornach sind Fotos desFotografen Leo Gschwind (1904– 1989) zu sehen. Leo Gschwind

Die Mühle in Beinwil: Im Heimatmuseum Schwarzbubenland in Dornach sind Fotos desFotografen Leo Gschwind (1904– 1989) zu sehen. Leo Gschwind

Menschen anno dazumal: Leo Gschwind, Polizist und Bauernsohn aus Metzerlen, ist das fotografische Gedächtnis der Schwarzbuben. In einer Sonderausstellung im Heimatmuseum Schwarzbubenland werden bis Ende August seine Fotografien ausgestellt.

Eine Sonderausstellung im Heimatmuseum Schwarzbubenland in Dornach zeigt Bilder des Fotografen Leo Gschwind (1904 - 1989). Nicht weniger als 85 Fotos aus fast allen Gemeinden der beiden Bezirke Dorneck und Thierstein sind in der vergangene Woche eröffneten Ausstellung zu sehen. Mit viel Umsicht und Geduld hat Leo Gschwind seit etwa 1940 besondere Stimmungen der Landschaft eingefangen und Dörfer und Gegenden mit seinen Einwohnern verbunden. So wurde er, der Sohn einer Bauernfamilie aus Metzerlen, zum Fotografen der Schwarzbuben.

Eigentlich war er nicht hauptberuflicher Fotograf. Nach den Schulen im Metzerlen und Mariastein absolvierte Gschwind eine kaufmännische Lehre in Laufen, zog dann aber auf Arbeitssuche nach Zürich. Aber auch dort waren die Arbeitsverhältnisse schwierig, und so trat er 1929 in den Dienst der Stadtpolizei Zürich, wo er es bis zum Chef des Erkennungsdienstes brachte. Als Polizist lernte er aber auch das Fotografieren von Unglücksfällen, ebenso das fachgerechte Verarbeiten seiner Bilder.

Durchkomponierte Bildsprache

Trotzdem blieb Gschwind zeitlebens ein Metzerler und damit ein Schwarzbube, obwohl er den grossen Teil seines Lebens in Zürich verbrachte. Bei seinen vielen Besuchen im Leimental fand er seine Motive nicht nur in seinem Heimatdorf: Gschwind erkundete auf dem Velo das gesamte Schwarzbubenland und verwirklichte in der Landschaft und in den Dörfern seine ästhetischen Ansprüche. Mit seiner Rolleiflex, einer Kamera der damaligen Spitzenklasse, pflegte er eine eigene Bildsprache mit durchkomponierten Fotos in sauberster Verarbeitung; das schnelle Knipsen unserer Zeit war ihm fremd. Seine Bilder erschienen regelmässig im «Schwarzbueb,» aber auch in Meyers Wochenblatt und in andern Publikationen der Region. Bis zu seinem Tod 1989 hinterliess Leo Gschwind eine grosse Anzahl an Fotos. Diese werden heute von seinem einzigen Sohn Hans Jörg verwaltet.

Die Ausstellung zeigt mit 85 Fotos eine Auswahl aus dem Schaffen Gschwinds. Als Textautor im «Schwarzbueb» und vor allem mit dem Text des Leimentalerlieds huldigte er auf eine weitere Art seine Heimat. Auch Regierungsrat und Schwarzbube Remo Ankli würdigte Gschwinds Schaffen bei der Vernissage der Ausstellung. (Ao.)

Sonderausstellung im Heimatmuseum Schwarzbubenland in Dornach. Bis 24. August jeweils sonntags, 15–17 Uhr.

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