Ist nach dem Widerstand gegen das Bauprojekt von Kühne + Nagel auch das zweite Logistikzentrum in Derendingen fraglich? Diese Frage tauchte auf, nachdem die «Berner Zeitung» kolportierte, dass die DHL die Standorte in Derendingen und Pratteln BL aufhebt und in ein neues Verteilzentrum in Niederbipp verlegen will. Der Logistikriese dementiert: «Eine Zusammenlegung oder Konzentration von Standorten ist derzeit nicht geplant», sagt DHL-Mediensprecherin Carolin Ganter auf Anfrage. Sie bestätigt jedoch, dass man in Niederbipp vorgesprochen hat. «Wir wollen abklären, ob dort eventuell eine Alternative zum Ausbau in Derendingen besteht.»

Sollten sich die Baupläne von DHL in Niederbipp konkretisieren, bleibt die Stimme der Bevölkerung möglicherweise aussen vor. Da der vorgesehene Stockacker bereits eingezont ist, könnte die Gemeinde die Logistikhalle in Eigenregie bewilligen. Auch in Oensingen hat DHL übrigens ihre Fühler ausgestreckt, wie Gemeindepräsident Markus Flury bestätigt. Er macht jedoch keinen Hehl daraus, dass er einer weiteren Ansiedlung eines Logistikbetriebs im Raum Niederbipp skeptisch gegenübersteht.

Verkehrsprobleme ohnehin lösen

Die Ausbaupläne für das Logistikzentrum in Derendingen wurden letzten Herbst publik. Ein Gestaltungsplan für das Schoeller-Areal wurde zur Prüfung an den Kanton eingereicht. Konkretes zur möglichen Investitionshöhe oder zu Ausbauplänen ist bei der DHL aber nicht zu erfahren.

Für Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi sind die Niederbipper Pläne der DHL neu. «Wir warten derzeit auf die Stellungnahme des Kantons zum Gestaltungsplan.» Er könne aber nachvollziehen, wenn eine Logistikfirma stetig nach optimalen Standorten punkto Verkehrssituation sucht. Und in Derendingen besteht mit der Erschliessung des Schoeller-Areals via Kreuzplatz ein Flaschenhals. Allerdings ist der Platz gemäss eines Gutachtens nicht wegen der Zu- und Wegfahrt zum Industrieareal überlastet. Der Werkverkehr macht lediglich 2 Prozent des gesamten Aufkommens aus. Für Tschumi ist klar, dass die angespannte Verkehrssituation auch unabhängig von den Logistikern verbessert werden muss. «Den Wegfall der Arbeitsplätze würde ich aber bedauern.» (wak/mwo)