Nach 104 Jahren
Aus für Möbelfabrik Fraubrunnen – 55 Jobs gehen verloren

Die traditionsreiche Möbelfabrik Fraubrunnen AG stellt Ende März 2017 die Produktion ein. 55 Mitarbeitende verlieren ihren Job.

Franz Schaible
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In dieser markanten Fabrik werden bald keine Möbel mehr «geschreinert».

In dieser markanten Fabrik werden bald keine Möbel mehr «geschreinert».

Zvg

Das ist ein schwerer Schlag für die Gemeinde Fraubrunnen. Die gleichnamige Möbelfabrik gibt nach 104 Jahren auf und schliesst ihre Produktion Ende März 2017. André Hofer, der das Unternehmen in dritter Generation führt, bestätigt entsprechende Informationen dieser Zeitung.

Die zunehmenden Importe von tiefpreisigen Wohn- und Schlafraummöbeln hätten das Marktumfeld in der hiesigen Möbelbranche massiv verschlechtert. Insbesondere trage der starke Franken dazu bei. Er spricht auch von einem Wertewandel. Die Kunden seien nicht mehr bereit, für Service und Qualität den entsprechenden Preis zu bezahlen. Die Konkurrenz von Ikea oder Conforama sei zu stark. Gleichzeitig schade der zunehmende Einkaufstourismus und Internethandel den Produzenten.

Man habe schon 2015 auf die Herausforderungen reagiert und die Kosten massiv gesenkt sowie das Produktportfolio stark reduziert. Die Möbelfabrik Fraubrunnen AG hatte damals 18 Kündigungen ausgesprochen. Jetzt sehe man sich gezwungen, die Fabrik zu schliessen. Die Erträge deckten die Kosten nicht mehr.

Ein weiterer teilweiser Personalabbau hätte nichts mehr gebracht. Man sei auf die Serienproduktion ausgerichtet und dazu brauche es eine gewisse Anzahl an Mitarbeitenden. «Die personalmässige Schmerzgrenze ist erreicht.» Eine 32 Meter lange Lackierstrasse könne man nicht mit einem statt drei Mitarbeitenden bedienen. Der Nettoumsatz liege noch bei 6,5 Millionen Franken, deutlich weniger als in den besten Zeiten. 2016, so Hofer, schreibe man zum dritten Mal in Folge rote Zahlen.

Die 55 Mitarbeitenden habe man bereits Ende Oktober «über den geordneten Stellenabbau bis Ende März 2017» informiert. Mit der Gewerkschaft Unia habe man entsprechende Gespräche geführt. «Alle Angestellten wie auch die Gläubiger werden zu ihren Rechten kommen», versichert Hofer. Er ist optimistisch, dass die grosse Mehrheit einen neuen Arbeitsplatz finden wird. Und sämtliche Bestellungen würden noch ausgeführt und ausgeliefert. Die Marke Fraubrunnen soll weiter bestehen. In welcher Form sei noch offen. Für das Areal mit der grossen Werkhalle werden Neunutzungen gesucht.