Die Herbstsaison ist in vollem Gange und viele Pilzfreunde in der ganzen Schweiz streifen in diesen Tagen in den Wäldern umher, um ihrem Hobby zu frönen. Doch dieses Wochenende lockte es sie nicht ins dichte Unterholz, sondern nach Bettlach ins Schulhaus Büelen. Denn dort fand zum dritten Mal an diesem Standort die Pilzausstellung des Pilzvereins Grenchen-Bettlach statt. Präsentiert wurden über 300 Arten aus dem ganzen Land.

80 von 5000 sind giftig

Unterteilt wurden diese in die Kategorien Speisepilze, nicht Speisepilze und giftig. «Von rund 5000 Pilzen sind zirka 80 essbar und zwölf giftig, der Rest ist nicht geniessbar», erklärt Pilzkontrolleur Seleno Campagna. Die Einnahme der Pilze, welche als zum Verzehr ungeeignet eingestuft werden, kann unterschiedliche Reaktionen herbeiführen. Während einige das Essen nur ungeniessbar machen, da sie beispielsweise bitter sind, können andere bereits starke Bauchschmerzen verursachen und bis zum Erbrechen führen.

Schlimmer sieht es bei den giftigen Exemplaren aus. So können zum Beispiel geringe Mengen von Grünen Knollenblätterpilzen zu schwerem Leberversagen führen, was nicht selten auch den Tod zur Folge hat. «Das Problem bei Giftpilzen ist, wenn man merkt, dass man krank ist, es bereits recht weit fortgeschritten ist», sagt Vereinspräsident Andreas Baumgartner.

Gerade deswegen sei es wichtig, dass der gesamte gesammelte Pilzfund bei Kontrolleuren vorgezeigt werde, besonders da dieser Dienst der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung stehe, betont Baumgartner, der selbst Pilzkontrolleur ist. Ausserdem kann dank den Kontrollen auch der Laie losziehen und ohne Bedenken auf die Suche gehen.

Was Anfänger beachten sollten

Wichtig als Anfänger sei aber, dass man den Korb nicht gleich mit ein und derselben Sorte füllen sollte, sondern lieber viele verschieden Exemplare einsammelt. Denn einerseits sei die Chance gering, als Neuling auf Anhieb geeignete Pilze zu finden, und andererseits sei auf diese Weise der Lernfaktor grösser. Aber auch ein Pilzexperte lernt nie aus, denn das Wissen über die Pilze ändert und erweitert sich ständig.

Während früher zum Beispiel der Weisse Rasling in rauen Mengen verzehrt wurde, hat man ihn mittlerweile auf der Liste der Speisepilze gestrichen und auf jene Liste gesetzt, auf der die nicht zu verspeisenden Pilze verbannt sind. Man habe nämlich herausgefunden, dass der Weisse Rasling schädlich für die Spermien ist.

Trotz des nasskalten Sommers blieben für die Pilzliebhaber die grossen Funde bis jetzt aus, was nicht zuletzt am kalten und trockenen Wind liegt. «Die Bise ist unser Feind, denn sie sorgt dafür, dass wir trockene Wälder haben», erklärt Baumgartner. Denn mehrere Wochen Regen können leicht durch ein paar sonnige und windreiche Tage wieder zunichtegemacht werden. Entmutigen lassen wolle sich dadurch aber niemand, denn schliesslich sei die Saison ja noch lange nicht vorbei.