Ein guter Rat in ein Jodellied verpackt dürfte willkommen sein, dachte Ernst Sommer. Damit ein Konzert zu eröffnen auch, sagte sich der Klub und begann mit Sommers «Häb Freud am Läbe». Der Altmeister wurde auch mit «Höch obe» ins Programm geholt. Der Klub legte sich aber nicht auf die eher klassische Stilrichtung fest. Gerade durch seine gepflegte Aussprache bringt der Klub sowohl diese, wie auch ein breiter gefasstes Repertoire zur Geltung. Da passt der bekannte und beliebte «Steimandli Jutz» von André von Moos. Hervorragend passen aber auch die Jodellieder von Ruedi Bieri. Ihn und seine besondere Handschrift scheint der Klub mit Recht besonders zu mögen. Nicht mit dessen «Chnebelgrinde», sondern mit dem ebenso tiefsinnigen «S’Grüchtli» zeigte sie der Klub auf.

«Lach d’Sorge Sorge sy»

Eher Bieris empfindsame Seite liess der Klub mit «Bim Bruedere Chäppeli» erkennen. Passend den Schluss wieder mit einem Rat zu finden war schlichtweg perfekt. Einen solchen fand der Klub mit «Lach d’Sorge Sorge sy» bei Bieri. Begleitet von den «eigenen» Beatrice Iseli (Örgeli) und Thomas Blatter (Kontrabass) ein eindrücklicher Abschluss. Der Klub erhielt auch Unterstützung. Eine wichtige kam aus den eigenen Reihen. Die Jodlerinnen Erika Herren und Beatrice Iseli formierten sich zu einem ausgezeichnet harmonierenden Duett. Mit Hannes Fuhrers «Was z’Müeti seit» gaben sie eine erste Kostprobe. Ihre verschmitzten Gesichtszüge bei Adolf Stählis «Bi de Hinderschachelüte» verrieten, dass auch sie den Schalk im Text genossen. Damit wurde gleichzeitig bewiesen, dass schon Stähli wagte, die streng bodenständige Jodelliteratur vorsichtig auszuweiten. Seine feinsinnigen Texte sind sein Markenzeichen. Ob sie der einzige Grund für seine nach wie vor grosse Beliebtheit sind? Alle vier Jodlerinnen traten auch als Quartett auf. Auch ihr Beitrag, der witzige «Papagei-Jodel» von Alex Eugster, erinnert nicht an Alpenluft und Heimaterde. Er zielt behutsam in Richtung Effekthascherei. Das kann der Jodelwelt durchaus bekommen.

Auch für instrumentale Einschübe sorgte der Klub. In Berner Tracht gehüllt, wie die vier Jodlerinnen des Klubs, trat Fabienne Schadegg auf. Ihr Fach ist jedoch nicht das Jodeln, sondern das Hackbrett. Mit ihrem natürlichen Auftreten gewann sie auf Anhieb das Publikum und profitierte vom Jugendbonus. Seit ihrem Auftritt bei der TV-Nachwuchssuche ist sie eine gefragte Solistin. Ihre drei Auftritte krönte sie mit der Adaption des von Gustav Peter eigentlich für Xylofon geschriebenen «Erinnerungen an den Zirkus Renz» als Zugabe. In zwei Einschüben konnte das Schwizerörgeli Trio Tüechtiwil schon etwas Werbung betreiben. Stefan Reinhard, Gerhard Schenk und Daniel Amacher bestritten anschliessend den Teil Tanz und Unterhaltung.