Bellach/Recherswil
Auf welchen Dächern sich die Sonnenstrahlen auszahlen

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach? Solarkataster unterstützen die Einwohner von Bellach und Recherswil bei der Entscheidungsfindung, ob die Installation einer solchen Anlage überhaupt möglich ist.

Simon Binz
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Blick von Norden auf Bellach mit der installierten Solaranlage auf dem Flachdach der Gemeindeverwaltung.

Blick von Norden auf Bellach mit der installierten Solaranlage auf dem Flachdach der Gemeindeverwaltung.

Urs Byland

Wenn in Bellach alle geeigneten Dächer mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet würden, könnte die Gemeinde pro Jahr rund 27 Gigawattstunden Strom produzieren. Dies kann das Ingenieurbüro BSB + Partner in Biberist mit dem Solarkataster errechnen. Seit Jahren bietet Bellach im Internet mit der von BSB + Partner entwickelten Software Infogis ein öffentlich zugängliches geografisches Informationssystem an. Seit Mitte Februar ist jetzt neu auch das Solarkataster integriert.

Mit wenigen Klicks erfährt der Nutzer, auf welchem Dach die Installation von Photovoltaikanlagen und thermischen Anlagen für die Wasserwärme möglich ist. Die Dachflächen aller Liegenschaften in Bellach werden in drei Kategorien eingeteilt von «ungeeignet» (Weiss) bis «sehr geeignet» (Rot) für die Photovoltaik und von «ungeeignet» (Weiss) bis «sehr geeignet» (Blau) für das Potenzial der Thermo-Energie.

65 bisherige Anlagen in Bellach

«Es geht hauptsächlich darum, dass die Elektroversorger, die Investoren, aber auch Private auf den ersten Blick erkennen, ob sich eine Solaranlage lohnen würde oder nicht», erklärt Hans Lüthi, Bauverwalter von Bellach. Beim Solarkataster kann zudem jeder Einzelne einsehen, wo in Bellach bereits Photovoltaikanlagen installiert sind. Momentan sind dies an der Zahl 52, dazu kommen 13 thermische Solarzellen.

In einem weiteren Schritt will Bellach, die Kilowattleistungen der bestehenden Anlagen in Infogis integrieren. «Seit dem Aufschalten des Solarkatasters erhalten wir weniger Anrufe der Planungsbüros. Das ist eine grosse Entlastung für uns», sagt Lüthi. Das Solarkataster von BSB + Partner kostete Bellach 4000 Franken.

Viele Investitionen in Recherswil

Seit dem 5. März ist auch Recherswil auf den Solarkataster-Zug aufgesprungen. Auf der Homepage der Gemeinde findet man den Weg zu Solargis, eine ebenfalls von BSB + Partner entwickelte Software, bei der auch die Daten von Bellach und schon seit einigen Monaten die Angaben zu Feldbrunnen einsehbar sind. Wer seine Adresse eingibt, erfährt innert Sekunden, ob und wo auf seinem Hausdach eine Solaranlage sinnvoll wäre, wie viel Strom damit pro Jahr erzeugt werden könnte und was diese Anlage in etwa kosten würde.

Rund 8,7 Gigawattstunden Strom könnte Recherswil pro Jahr produzieren, wenn jedes geeignete Dach in der Gemeinde mit einer Solaranlage bestückt würde. Bisher sind in der Gemeinde acht Anlagen in Betrieb und drei weitere im Bau. «In den letzten zwei Jahren investierten viele Private in Recherswil in Solaranlagen. Zur Unterstützung der Unschlüssigen haben wir uns für das Solarkataster entschieden», erklärt Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Ausserdem möchte die Gemeinde auch etwas beitragen, um die erneuerbaren Energien zu fördern. Recherswil zahlte um die 2500 Franken für das Solarkataster. «Der Preis für das Solarkataster steht in Abhängigkeit zu der Anzahl Gebäude in der Gemeinde», erklärt Peter Dietschi von BSB + Partner.

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