Street Parade
Auf Lovemobile dabei: Recherswiler DJ heizt Ravern ein

Knapp 30 Lovemobiles fahren am Samstag ums Zürcher Seebecken. Auf einem dabei ist auch ein DJ aus dem Kanton Solothurn. Der 19-jährige Yannick Annaheim freut sich sehr auf seinen ersten Auftritt an der Street Parade - und ausserhalb des Kantons.

Lea Durrer
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Yannick Annaheim posiert vor der Kulturfabrik Kofmehl, in der er die ersten DJ-Schritte gemacht hat.

Yannick Annaheim posiert vor der Kulturfabrik Kofmehl, in der er die ersten DJ-Schritte gemacht hat.

Hansjörg Sahli

Das nennt man einen Quantensprung. Bisher hat Yannick Annaheim vor allem an verschiedenen Partys in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn aufgelegt; bei ausverkauften Haus kommen da höchstens um die 1000 Partygänger zusammen. Am Samstag wird der Recherswiler als DJ Barrex vor hunderttausenden Ravern auftreten. Für ihn ist es die erste Party überhaupt ausserhalb des Kantons Solothurn, an der er auflegt. «Das kommt schon gut. Ich hoffe doch sehr», gibt er sich zuversichtlich. Nervös sei er aber schon. Er habe aber gerade noch ein Lager geleitet, «das hat mich etwas abgelenkt».

Street Parade

Am Samstag ab 14 Uhr werden sich insgesamt 27 Lovemobile mit verschiedenen DJs auf die 2 Kilometer lange Route begeben. Gespielt werden vor allem die Musikstile Trance, House und Progressive. Zudem sind auf sechs Bühnen entlang der Strecke internationale und nationale DJs, Live-Acts, Dance- und Videoanimationen zu bestaunen. Die DJ treten ohne Gage auf.

Das diesjährige Motto lautet «Enjoy the Dancefloor - and save it». Die gleichnamige Hymne stammt vom Zuger Produzenten Mike Schuhmacher. Mit dem Motto will die 23. Street Parade für ein gewaltfreies Miteinander demonstrieren.

An den Turntables ist der Informatiker im 4.Lehrjahr noch gar nicht so lange zuhause. «Mein Cousin hat früher mit Platten aufgelegt», erinnert er sich zurück. «Da habe ich ab und an zugeschaut.» Doch erst als er begonnen habe, sich im Kofmehl zu engagieren, sei das mit dem Musik auflegen ins Rollen gekommen. «Im Oktober 2012 bin ich ins kalte Wasser geworfen worden», blickt er auf seinen ersten Auftritt am DJ-Pult zurück.

Dann ging es rassig. Annaheim legte sich einen einfachen DJ-Controller für zuhause zu, wechselte aber schnell zu den so genannten CDJs, die auf CD und USB-Stick basieren. Er legte öfters an verschiedenen Partys im Kofmehl auf. Am Anfang brachte er vor allem aktuelle Party-Songs, «Mainstream-Sachen halt». Doch nicht Mainstream-Sound ist seine Passion. Als DJ will er mehr Richtung House- und Electromusik gehen. Sein Lieblingsstück ist Animals des niederländischen DJs Martin Garrix. Mit diesem Stück wuchs seine Begeisterung für Housemusik. «Damit hat eigentlich alles angefangen», meint der 19-Jährige.

Mit Oliver Pocher

Electro und House wird er auch an der Street Parade, die sich dem Motto «Enjoy the Dancefloor - and save it» verschrieben hat, auflegen. Eine Auftrittsmöglichkeit bekommt DJ Barrex auf dem 30 Meter langen Lovemobile von Paradise Music und Carol Fernandez. «Gekannt habe ich Carol vorher nicht», erklärt er. Seine Schwester habe mitbekommen, dass die international bekannte Berner DJane noch Plätze zu vergeben hat. «Da habe ich mich gemeldet.» Und der Recherswiler hat überzeugt.

«Enjoy the dancefloor» - die offizielle Hymne der Streetparade 2014:

Wann und wie lange er an der Street Parade auflegen wird, weiss er noch nicht. «Das machen wir DJs noch unter uns aus.» Mit ihm spielen nebst Carole Fernandez die Schweizer DJs Deelux und SwissDeep und der Spanier Toney D. - und als Special Guest Oliver Pocher. Der deutsche Komiker und Moderator wird zwischen 14 und 16 Uhr auflegen, wie erst diese Woche bekannt wurde. «Ich freue mich sehr ihn kennenzulernen», so Yannick Annaheim.

Das Lovemobile hat die erfolgreiche US-amerikanische TV-Serie The Big Bang Theory zum Motto. Annaheim kennt die Serie, die sich um junge, naive Akademiker und ihr Verhältnis zu Frauen dreht, und freut sich riesig. «Das Motto ist einmal etwas ganz anderes als Pink und Neon, wie es normalerweise an der Street Parade der Fall ist.» Alle auf dem Wagen müssen sich der Serie entsprechend strebermässig anziehen.

Woher kommt denn eigentlich der Name DJ Barrex? «Wenn ich mich nicht täusche, ist es eine keltische Gottheit von früher», erklärt der Recherswiler. Den Namen habe er sich erst vor zirka einem halben Jahr zugelegt. «Vorher bin ich ohne Namen aufgetreten.»

Am Samstag wird der Name DJ Barrex weite Kreise ziehen.

Bilder der letztjährigen Street Parade:

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15 Bilder
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Wie üblich war auch der Akohol bei vielen Feiernden nicht weit
Vom Nuttenoutfit bis hin zur Augenweide trifft man jede Kostümierung an (im Bild, eine Augenweide)
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Nackte Haut ja, aber der Skandal hält sich in Grenzen
Street Parade 2013
Hauptsache auffallen - junge Brillenträgerinnen
Für die Touristen sind die Street Parade und ihre schrägen Besucher immer ein gutes Fotosujet
Das grosse Krabbeln
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Feiern in den Massen

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Keystone

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