Bellach
Auf der Spitzallmend sollen fünf Häuser für 90 Wohnungen gebaut werden

Auf der Spitzallmend in Bellach ist eine Überbauung geplant. Am Ende sollen in fünf Blöcken 90 Wohnungen entstehen. Dazu braucht es einen neuen Gestaltungsplan und eine Zonenplanänderung.

Urs Byland
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Spitzallmend beim Grederhof: Links hinten entsteht die Haltestelle.uby

Spitzallmend beim Grederhof: Links hinten entsteht die Haltestelle.uby

Die grossen Wohnblöcke im Grederhof erhalten südlich kleine Geschwister. Dies plant zumindest der Stadtsolothurner Totalunternehmer Baderpartner AG. Auf einer Gesamtfläche von über 14 000 Quadratmetern, zwischen der Marktstrasse und dem Wildbach, sind aktuell fünf Baufelder ausgesteckt, auf denen fünf gleichartige quadratische Wohnblöcke entstehen sollen. Für einen Teil des Planungsgebietes besteht seit 1993 ein Gestaltungsplan, der eine dreigeschossige Baustruktur und eine Ausnützungsziffer von 0,7 vorsah. Die damals vorgesehene Überbauung wurde aber nicht realisiert.

20 Jahre später sehen die Pläne völlig anders aus. Anbegehrt wird eine viergeschossige Baustruktur und eine Ausnützungsziffer von 0,75. Dies aus gutem Grund. Die fünf Baufelder sollen so weit als möglich im Osten liegen und damit möglichst weit weg vom nächtlichen Lärm auf der Jurasüdfuss-Bahnlinie. Landbesitzerin und Gemeinde haben bereits vorgängig einen Landabtausch vollzogen.

Getauscht wurden das der Gemeinde gehörende Grundstück westlich des Kindergartens Grederhof mit einem gleich grossen Landstück im westlichen Zipfel der Spitzallmend. Dieses Land wird für Einrichtungen und Umgebungsanlagen des neuen SBB-Bahnhofes genutzt. Mit dem Landabtausch rückt das Gebiet des neuen Gestaltungsplanes nach Osten. Die gewünschte Konzentration der Bauten im Osten wird mit einer verdichteten Baustruktur, eben viergeschossig plus Attika, erreicht.

Idyllischer Weg soll bleiben

Ziel der Planung war es, eine Etappierung der Bauten zu ermöglichen, wie Eddie Bollier, Baderpartner AG, am Startanlass zur Mitwirkung den anwesenden Anwohnern und Interessierten erklärte. Insgesamt rechnet Bollier mit 85 bis 95 Wohneinheiten. Das Spektrum reicht von 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. Um der Gefahr von Überschwemmungen zu entgehen, werden die Gebäude (Erdgeschoss) auf Terrainhöhe der Marktstrasse gebaut. Damit gewinnt die Überbauung eine Höhendifferenz von einem Meter zum Wildbach. Genug, um dem Hochwasserschutz zu genügen.

Am Startanlass besprach man vor allem verkehrstechnische Probleme. So wurde gewünscht, dass der heute idyllische Weg von der Marktstrasse über den Wildbach, am Bauernhof vorbei zur Rudolf-Steiner-Schule bestehen bleiben soll. Im Gestaltungsplan wird erwähnt, dass diese Fusswegverbindung erhalten werden soll. Nicht erwähnt wird, dass es sich heute auch um einen beliebten Radweg handelt.

Problematisch dabei ist, dass wohl die Besitzer des Bauernhofes das Recht auf eine Verbindung zur Marktstrasse haben, umgekehrt besteht aber kein Recht auf öffentliche Nutzung der südlich des Wildbachs gelegenen Fortsetzung des Weges auf Gebiet des Bauernhofes Richtung Allmendstrasse.

Gewünscht wurde zudem eine («logische») Fortsetzung des Fussweges nördlich vom Wildbach Richtung neue SBB-Haltestelle Bellach. Hier verwies aber Bauverwalter Hans Lüthi auf die SBB, die keinesfalls im Westen der Spitzallmend neben ihrer Lärmschutzwand einen Fussweg sehen will. Und entlang des Wildbachs hätte auch der Kanton noch ein gewichtiges Wort mitzureden, warnte Lüthi.

Befürchtet wird Schleichverkehr

Das andere verkehrstechnische Problem stellt sich an der Marktstrasse. Diese wird mit dem Bus an den öffentlichen Verkehr angebunden und voraussichtlich künftig an den Kreisel auf der Bielstrasse angeschlossen. Befürchtet wird Schleichverkehr, um dem Stau auf der Bielstrasse auszuweichen. Lüthi glaubt nicht, dass sich dieser einstellen wird, weil die Strecke zu lang sei. «Das werden wir auf jeden Fall verhindern», so Lüthi.

Auch die Parkierung war ein Thema. Die Überbauung auf der Spitzallmend erhält eine Tiefgarage mit 100 Parkplätzen. 30 weitere müssen für die Grederhöfe bereitgestellt werden, dies noch eine Klausel aus dem alten Gestaltungsplan, die übernommen werden musste. Wann diese Parkplätze gebaut werden, steht aber in den Sternen.

Noch ist kein Investor vorhanden. «Wir wollen zuerst alle planungsrechtlichen Schritte durchlaufen», erklärt Bollier. Die Zonenplanänderung und der Gestaltungsplan werden am 22. August öffentlich und zur Mitwirkung aufgelegt. Ein Baugesuch erfolgt nach Abschluss dieses Verfahrens. Bollier rechnet frühestens ab Herbst 2014 mit dem Beginn der Bauten in der Nähe der SBB-Haltestelle.