Drei Höfe
Auf den Rasen, fertig, los: Rasenrennen wird nochmals durchgeführt

Die Organisatoren des Rasenrennens in Heinrichswil begeisterten Fahrer und Zuschauer während 20 Jahren mit stets neue Kategorien. Das wohl letzte Rennen steht nun am 10. und 11. August an. Die Planung ist bald abgeschlossen.

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Ein Seitenwagen-Team, das 2008 in Heinrichswil startete.

Ein Seitenwagen-Team, das 2008 in Heinrichswil startete.

Zur Verfügung gestellt

Während 20 Jahren von 1988 bis 2008 führte der Moto-Club Wasseramt «Robbi’s» jährlich ein Rasenrennen durch. Eine grosse Zahl begeisterter Motorsportfans pilgerte dabei jeweils zum Rennwochenende ins äussere Wasseramt nach Heinrichswil.

Die Veranstalter leisteten Pionierarbeit und präsentierten immer wieder neue Kategorien. So wurden in Heinrichswil die ersten «Unimoto» (Motorräder mit nur einem Rad) Rennen durchgeführt. Die ersten reinen Frauenkategorien wurden mit dem «WFRC» (Womens Fun Race Cup) ebenso lanciert wie die Kid’s Kategorien mit den jungen motorradbegeisterten Jungs und Girls.

Als erster Rennveranstalter in der Schweiz boten die Wasserämter auch die Möglichkeit zur Durchführung von Rennläufen für die damals neu importierten «Quad’s». Diese vierräderigen geländetauglichen Motorräder entwickelten sich danach zu wahren Publikumsmagneten.

Tradition: hat als einfaches Rennen begonnen

Die Tradition der Rasenrennen begann in der Schweiz Ende der 1960er-Jahre. Auf abgemähten Grasfeldern (Rasen) wurden brillenförmige Rennstrecken ausgesteckt. Mit den Strassenmotorrädern wurden dann auf einfachste Art und Weise Rennen gefahren. Die Fahrer trafen sich ohne grosse Organisation und lernten dabei ihr Fahrzeug kennen. Auch mit der Technik setzten sich diese Freaks auseinander und nach und nach entwickelten sie aus ihren Kenntnissen speziell geländetaugliche Motorräder. Somit war der Motocross-Sport geboren und die Rasenrennen dienten als Einstiegsrennen in diese noch spektakulärere Motorsportart.
Bezeichnend ist, dass für Rasenrennen immer noch der Grundsatz gilt, das genutzte Gelände nicht mit Erdbewegungen zu verändern und sofort nach Rennende wieder der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen.
Rasenrennen sind heute stark reglementiert und die Benützung der landwirtschaftlichen Nutzflächen für den Rennbetrieb unterliegt strengen Vorgaben durch die Behörden. Die Rennfahrerinnen und Rennfahrer unterliegen ebenso sehr strengen Vorschriften betreffend ihrem Sportgerät (Motorrad), aber auch ihrer persönlichen Ausrüstung.
Rasenrennen haben in der Region grosse Tradition. So wurden auch in Oberramsern und in Niederwil solche Anlässe durchgeführt. Dazu kamen jeweils die Motocross-Anlässe in Günsberg und Balm. Das wohl letzte noch existierende Rasenrennen findet in Koppigen statt – am 17. und 18. August. (rm/mgt)

Die in der Region stark verankerte «Seitenwagen»-Rennkultur wurde während der zwanzig Jahre besonders gepflegt. Das legendäre Team «Grogg/Hüsser», welches in der europäischen Motocross-Szene manchen Meistertitel holen konnte, war für Viele Grund genug, auch auf diesen Teamsport zu setzen.

Nach fünfjähriger Pause, ist es nun so weit. Wenn alle Bewilligungen erteilt werden, wird am 10. und 11. August das wohl letzte Rasenrennen in Heinrichswil durchgeführt. Hauptorganisator Rolf Späti sagt es deutlich: «Das ist mein letztes Rennen.»

Bereits sind aber Rennfahrerinnen und Rennfahrer für alle nochmals zur Verfügung stehenden Solo-, Seitenwagen- und Quadkategorien angemeldet. Die Bau- und Rennplanung ist fast abgeschlossen und auch eine leistungsfähige Festwirtschaft ist organisiert. Gegen hundert Helferinnen und Helfer warten. (mgt)