Erlebniswanderung

Auf Buechibärg-Hof: Wer ökologisch wirtschaftet, muss Nerven haben

«Ökologische Vielfalt - bereichernd und gesund». Was das in der Landwirtschaft konkret bedeutet, war auf der zweiten Erlebniswanderung im Rahmen des «Treff. Buechibärg» zu erleben.

Seit neun Jahren organisiert der Verein Pro Buechibärg den «Treff.Buechibärg». «Unser Ziel ist, den Leuten von intern und von aussen den Buechibärg mit seinen Schönheiten und Eigenheiten zu zeigen», erklärt Ulrich Stebler, Vorstandsmitglied. Die Bucheggberger Abendanlässe finden jeweils am zweiten, dritten und vierten Donnerstag im Juli statt. So fanden sich auch letzten Donnerstag an die 60 Leute beim Unterbockstein ein, dem Hof der Familie Vogel in Mühledorf.

Das erste Thema des Abends war das «Vernetzungsprojekt Bucheggberg»: Jeder Landwirtschaftsbetrieb muss sieben Prozent Biodiversitätsfläche (früher ökologische Ausgleichsfläche) aufweisen. Ziel des Projekts sei es, diese Flächen aufzuwerten und zugunsten der einheimischen Tiere und Pflanzen grossflächig miteinander zu verbinden. Der Hof Unterbockstein befindet sich in einem von acht Massnahmengebieten des Vernetzungsprojekts.

Hofbetreiber Philipp Vogel führte über seinen Betrieb. Neben Milchwirtschaft, Schweinehaltung und Ackerbau widmet er sich Hochstamm-Obstkulturen mit alten Sorten: Dank robusten Sorten will er ohne Pflanzenschutzmittel auszukommen. Wer ökologisch wirtschaftet, sei der Natur stark ausgesetzt und müsse Nerven haben, so Vogel. «Ich bin aber überzeugt, dass auf einem Betrieb beides Platz hat: Ökologische Werte und Produktion.»

Es gehe ihm darum, nicht nur von der Natur zu nehmen, sondern auch etwas zurück zu geben. So finden sich rund um den Hof denn auch verschiedenste ökologische Elemente, die im Sinne des Vernetzungsprojekts angelegt sind: Ökoflächen als Rückzugsgebiet für Tiere, welche dem Mäher entkommen wollen, Stein- und Holzhaufen für Reptilien, Ackerschonstreifen und Buntbrachen.

Nach dem Rundgang lud Pro Buechibärg dazu ein, den Abend beim Bratwurst-Essen und gemütlichen Zusammensein ausklingen zu lassen.

Der dritte Treffpunkt wird am nächsten Donnerstag, 24. Juli, in Rüti bei Büren stattfinden: Altbundesrat Samuel Schmid und Förster Ueli Sieber werden durch den Rütiwald und zur Tüfelsburg führen.

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