Fünf Stunden musste Maruschka am Montag leiden, bevor sie endlich wieder Solothurner Gras fressen durfte. Gemeinsam mit den anderen Kühen, die den Kanton Solothurn an der Olma vertraten, war sie eine der letzten, die vom Ostschweizer Abenteuer heimkehrte. Beim Hof von Bauer Norbert Schaad, der mit seiner Schwiegertochter Fabienne Hert oberhalb von Messen Galloway-Kühe züchtet, wurde Maruschka mit den anderen Kühen ausgeladen. Empfangen wurden sie von ihren Besitzern Fritz Ramseier, Beda Meier, dem später dazu stossenden Christian Wanner und Urs Kipfer-Hänni.

Letzterer war besonders stolz. Seine Maruschka, eine Red Holsteiner wurde zur Miss Olma gewählt. Ebenso schön sind die schwarzen Anguskühe, die hellbraun gekrausten Galloway-Kühe und die beiden stolzen Simmentaler Kühe mit den wunderschönen Hörnern, die auch an der Olma waren. «Denkt daran, wenn jemand ein Problem hat mit seinem Tier, etwa, wenn die Milch nicht gut ist, soll er es melden», sagt Urs Kipfer den abholenden Bauern. Hintendrein würden keine Reklamationen entgegen genommen.

Ein Souvenir von der Olma

Die Tiere sehen aber gesund aus, und auch der lange Transport hat nicht wegwischen können, weshalb sie an der Olma waren: Es sind wirklich schöne Exemplare ihrer Gattung aus dem Kanton Solothurn. Da darf es nicht erstaunen, wenn Kipfer, der auch Präsident des solothurnischen Fleckviehzuchtverbandes ist, seine Maruschka zuerst putzen will, falls diese abgelichtet werden soll.

Bevor die stolzen Besitzer der Kühe heimkehren, verteilt Kipfer noch die Stalltafeln, auf der die Tiere an der Olma angeschrieben waren. Zudem händigt er die diversen Auszeichnungen aus. Die sogenannten Flo, grünweisse Schleifen, wurden für die drei Spitzenränge an den Bewertungen abgegeben. Während die meisten Bauern ihre Tiere mit dem Transporter heimfahren müssen, kann Alt-Regierungsrat Christian Wanner seine beiden Simmentaler Kühe mit einem Helfer am Strick zu Fuss hinunter ins Dorf führen.

«Kein Zufallsprodukt»

Nach dem Mittagessen warten Bauer Kipfer und seine Frau Beatrice bereits mit der herausgeputzten Maruschka neben ihrem Hof in Aetingen für das Miss-Olma-Foto. Er ist stolz, aber auch etwas besorgt, denn seine Maruschka spüre nach wie vor die Strapazen der Reise. «Sie hat keinen vollen Bauch, keine Milch im Euter, sie ist einfach platt nach dem Transport.» Für den Laien ist dies kein Problem. Maruschka sieht auch so noch sehr akzeptabel aus, einzig die fehlenden Hörner werden bedauert. Dann schmücken er und seine Frau Maruschka und stellen sie gekonnt hin. «Sie ist eigentlich Miss Fleckvieh, denn sie ist zur Schönsten der drei Rassen Simmentaler, Swiss Fleckvieh und Red Holstein gekürt worden.» Beim Fleckvieh wurden nur die Kühe aus dem Kanton Solothurn bewertet.

«Sie ist kein Zufallsprodukt», sagt Urs Kipfer. Maruschkas Mutter Haiti und sei ebenfalls eine oft ausgezeichnete Kuh. Gezeugt wurde Maruschka mit einem Natursprung. «Es braucht aber auch enorm Glück in der Zucht. Maruschka hat ein top Euter, ein gesundes Bein, eine sehr gute Seite und die Grösse stimmt. Und sie ist noch lange nicht fertig, sie wächst noch.»

Trotz der strapaziösen Reise habe das Vieh den langen Aufenthalt in der Ostschweiz gut überstanden. «Wir hatten sehr gutes Stallpersonal und die Organisation unter der Führung von Christian Manser war vorbildlich. Die Kühe hatten es ebenso gut wie daheim.»