Feldbrunnen-St. Niklaus
Auch Familien mit Kindern sind jetzt erwünscht

Die Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus will erschwingliche Wohnungen für Jung und Alt erstellen - und nicht, wie ursprünglich geplant, nur solche für Seniorinnen und Senioren

Lea Reimann
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Die Feldbrunner bevorzugen eine gemischte Wohnform

Die Feldbrunner bevorzugen eine gemischte Wohnform

Hanspeter Bärtschi

Auf den gemeindeeigenen Grundstücken südlich des «durstigen Wanderers» soll ein Gebäude mit 12 bis 15 Mietwohnungen zu moderaten Mietzinsen errichtet werden. Primär sollen dort künftig Seniorinnen und Senioren wohnen. Aber auch Familien mit schulpflichtigen Kindern sind willkommen. Das Projekt «altersgerechte Wohnungen», dessen Planung 2009 von der Gemeindeversammlung in Auftrag gegeben wurde, heisst deshalb neu «Wohnen am Dorfplatz».

Ein an alle Haushaltungen verteilter Fragebogen hat den Gemeinderat zu dieser Meinungsänderung bewogen. 58 Prozent aller Rückmeldungen bevorzugen nämlich eine «gemischte Wohnform», während nur 35 Prozent ausschliesslich Alterswohnungen wünschen. «Ausserdem wollen wir erschwinglichen Wohnraum für junge Familien erstellen», sagte Adrian Zbinden von der Spezialkommission an der Gemeindeversammlung. Der Mangel an Kindern sei für die Schule zunehmend problematisch.

Senioren haben Priorität

Während 2009 nur von einer möglichen Beteiligung der Gemeinde die Rede war, möchte der Gemeinderat nun, dass die Gemeinde den Bau selbst ausführt und finanziert. «Unsere Gemeinde kann die Finanzierung günstig organisieren, anders als ein privater Investor oder eine Genossenschaft», so Gemeindepräsident Rolf Studer (FDP). Das Anlagevorhaben soll grundsätzlich eine Rendite abwerfen und würde die laufende Rechnung nicht belasten, da es in einer Spezialfinanzierung geführt würde. Ein weiterer Vorteil wäre, dass das Land Besitz der Gemeinde bliebe.

Während ein Einwohner die Bauherrschaft der Gemeinde kritisierte, störte sich eine Einwohnerin daran, dass die Versammlung beim Entscheid bezüglich Alters- oder Familienwohnungen nicht mitreden könne. «Für Familien ist jedoch maximal ein Drittel der Wohnungen bestimmt», konterte Zbinden. Priorität hätte noch immer der Wohnraum für Senioren. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung bewilligten die rund 55 Stimmberechtigten den Planungskredit von 80000 Franken fast einstimmig. Nun erfolgen Einladungen zu einem Wettbewerb, spätestens im Frühling 2014 soll der Bau beginnen.

Rechnung schliesst positiv

Bei einem Gesamtertrag von fast 5,5 Millionen Franken verzeichnet die laufende Rechnung einen Ertragsüberschuss von 5724 Franken, der dem Eigenkapital zugewiesen wird. Aufgrund des Wegzuges eines Steuerzahlers wurde der erwartete Ertragsüberschuss von 170000 Franken nicht erreicht. Ohne die Auflösung von Steuerrückstellungen und einem beträchtlichen Buchgewinn, hätte die Rechnung sogar mit einem hohen Aufwandüberschuss geschlossen. Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen von rund einer Million Franken.

Sorgen macht allerdings der neue Finanzausgleich, der die Steuerkraft zu 100 Prozent, nicht mehr zu 50 Prozent gewichten würde. Aufgrund dessen müsste der tiefe Feldbrunner Steuerfuss (60 Prozent) allenfalls erhöht werden. «Fest steht, dass wir uns in der Diskussion um den neuen Finanzausgleich wehren müssen», so Rolf Studer.

Bereits in der Rechnung enthalten waren die Nachtragskredite für die «Kulturtöpfe». Die Gemeindeversammlung genehmigte den Betrag von 150000 Franken für die Förderung kultureller und sozialer Projekte. Begünstigte sind je zu einem Drittel der Kanton (Stiftung Schloss Waldegg), die Stadt Solothurn sowie vom Gemeinderat ausgewählte öffentliche und private Trägerschaften. Mit dem dritten Topf werden verschiedene Projekte unterstützt, in letzter Zeit etwa die Sanierung der St. Ursen-Kathedrale, das Jugendmusical, der FC Riedholz, die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Solothurn oder Preisgelder für gute Lehrabgänger.

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