Mit dem Ortstermin «wollte sich das Bundesverwaltungsgericht aus erster Hand ein umfassendes Bild über die Situation auf dem Solothurner Hausberg verschaffen», wie die Seilbahn Weissenstein AG (SWAG) mitteilt. Der Tross von rund 30 Personen habe sich am 21. August an diversen Stellen des Trassees von Projektingenieur Johannes Sutter das optimierte Projekt erläutern lassen.

Anhand einer vorgängig erstellten Profilierung der Stationsgebäude und Masten konnte im Gelände das Gondelbahnprojekt nachvollzogen werden. Die Vertreter des Bundesamtes für Verkehr (BAV) hätten anhand mechanischer Teile der alten Sesselbahn erläutert, warum diese die Sicherheitsanforderungen nicht mehr erfülle.

Aufgrund systembedingter Mängel wäre nur ein Nachbau der bestehenden Bahn möglich, die alte Bahn werde vom BAV definitiv keine Betriebsbewilligung mehr erhalten.

Die Vertreter der Gegnerschaft mit dem Schweizer Heimatschutz (SHS) an der Front, der im Februar gegen die Baubewilligung des BAV Beschwerde eingereicht hatte, haben nach Angaben der SWAG vor allem ihre Bedenken gegen die Architektur der Stationen, die Standorte von Masten und die Abmessungen der neuen Bahn vorgebracht. Die erfolgten Projektoptimierungen reichten nicht aus – eine Haltung, die beim erklärten Ziel, die Bahn zu erhalten, nicht weiter erstaunen kann.

Anträge für weitere Expertisen

Die SWAG zieht folgendes Fazit: «Auch der Ortstermin hat klar gezeigt: Es gibt entweder eine neue Bahn oder keine Bahn auf den Weissenstein.» Mittlerweile laufe ein weiterer Schriftenwechsel via Gericht. Der SHS stellt offenbar Anträge für weitere Expertisen. Zur Erinnerung: Es liegt bereits ein von beiden Streitparteien in Auftrag gegebenes Gutachten vor. Für die SWAG ist klar, dass mit solchen Anträgen «das Verfahren in bekannter Manier verzögert werden soll».

Mit einem Gerichtsentscheid im laufenden Jahr rechnet die SWAG nicht mehr. Der frühestmögliche Beginn der Bauarbeiten verschiebe sich damit auf Frühling 2013. Allerdings steht dem SHS noch der Gang nach Lausanne vors Bundesgericht offen, welcher zu weiteren Verzögerungen führen könnte.

Mit ihrer Medienmitteilung will die SWAG übrigens ausdrücklich alle jene informieren, die für die neue Bahn unterschrieben haben. 36000 Unterschriften sind dem SHS im April in Zürich übergeben worden (wir berichteten). «Sie alle haben ein Anrecht zu wissen, was zu erwarten ist und wo wir im Moment stehen», sagt Rolf Studer, SWAG-Verwaltungsratsvizepräsident. (mgt, mz)