Luterbach
«Attisholz Süd»: Alle Betroffenen können und sollen sich jetzt äussern

Das Bau- und Zonenreglement «Attisholz Süd» liegt als Entwurf auf. Nun ist die Mitwirkung der Bevölkerung von Luterbach gefragt.

Rahel Meier
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Jetzt werden die Zonen für das Areal Attisholz Süd definiert.

Jetzt werden die Zonen für das Areal Attisholz Süd definiert.

Hansjörg Sahli

Eine Stunde lang standen Mitglieder der Planungskommission für Frage zur Verfügung. Genutzt wurde diese Zeit vor allem von Direktbetroffenen, die sich über das neue Bau- und Zonenreglement für das Areal Attisholz Süd informieren wollten. «Diese Planung ist noch nicht fix», so Jürg Nussbaumer (Präsident Planungs- und Umweltschutzkommission). Die Planungskommission habe möglichst viele Wünsche und Ideen aufgenommen.

Cleantech als Standard

Auswirkungen auf die neue Zonenplanung hat das von der Gemeindeversammlung genehmigte «räumliche Teilleitbild Arbeiten». Nur ein kleiner Teil der Gesamtfläche soll künftig noch in der Industriezone liegen. Im vorliegenden Entwurf sind die bestehenden Betriebe Dosenbach, Menz und AEK dieser Zone zugeteilt.

Der weitaus grössere Teil aber würde in die sogenannte Arbeitszone zu liegen kommen, in der wiederum strikte Vorgaben herrschen. «Cleantech» ist hier das Stichwort. Das heisst beispielsweise die Pflicht, Solaranlagen auf die Dächer der Gebäude zu bauen; die Nutzung des anfallenden Regenwassers oder Anschlusspflicht an das Fernwärmenetz. Auch haben künftige Firmen den Nachweis eines Mobilitätsmanagements für ihre Mitarbeiter zu erbringen.

Sicher haben bestehende Betriebe eine Art Besitzstandgarantie. Wie genau diese aber aussieht, konnte Nussbaumer nicht beantworten. «Wer neu baut, der soll sich nach dem neusten Stand der Technik richten müssen», so Nussbaumer.

Zeithorizont von 35 Jahren

Das vorliegende Bau- und Zonenreglement stützt sich auch auf den Masterplan für die Arealentwicklung Attisholz, der im Januar 2013 fertiggestellt wurde. Das Areal mit einer Grösse von 63,5 Hektaren, wobei 55 Hektaren Baugebiet sind, wird nicht von heute auf morgen überbaut. Man rechnet mit einem Zeithorizont in Jahrzehnten.

Deshalb sind auch Zwischennutzungen ausdrücklich erlaubt. Diskussionen vor Ort zeigten, dass die zeitliche Begrenzung der Zwischennutzung nicht goutiert wird. «Gerade weil die Planung über eine so lange Zeit geht, sollten die Zeiträume nicht starr beschrieben sein», meinten gleich mehrere Interessierte.

Die Idee ist es, das Areal campusartig zu überbauen. Erschlossen wird es von der Jura- und der Nordstrasse her. Durch das Areal selbst führt eine zentrale Achse, die als Baumallee ausgestaltet wird. Geplant werden auch ein Langsamverkehrsnetz und eine Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. Noch vorhanden sind auch Gleisanlagen, die vorderhand bestehen bleiben und allenfalls ausgebaut werden könnten.

Das Areal weist gewisse Spezialitäten auf. So ist eine Grundwasserschutzzone ausgeschieden, auf die Rücksicht genommen werden muss. Auch liegt der Gestaltungsplan Schilliger nach wie vor über einem Teil des Geländes. Wenn dieser aufgehoben wird, fällt ein Teil des Landes zurück in die Landwirtschaftszone. Als Letztes fliesst die Aare entlang des Grundstückes. Entlang des Ufers wurde eine Spezialzone ausgeschieden.

Laut Nussbaumer soll die öffentliche Auflage noch vor den Sommerferien erfolgen. Die Planung wird parallel zur Mitwirkung vom Kanton vorgeprüft. Anschliessend werden Planungskommission und Gemeinderat erneut darüber beraten.

Mitwirkung: Sie geht bis zum 6. Mai. Am 22. April, 19 bis 20 Uhr, ist eine zweite öffentliche Fragestunde angesetzt.

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