Asylwesen
Asylbewerber muss sein Master-Studium abbrechen und eine Arbeitsstelle suchen

Ein Asylbewerber aus Äthiopien hatte im vergangenen Herbst an der Fachhochschule Nordwestschweiz ein Master-Studium angefangen. Dieses muss er nun aber vermutlich abbrechen und arbeiten gehen, dies hat das Departement des Innern verfügt.

Bruno Utz
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Fertig studiert. Wenn es nach dem Departement des Innern geht muss ein Asylbewerber sein Studium abbrechen und arbeiten gehen.

Fertig studiert. Wenn es nach dem Departement des Innern geht muss ein Asylbewerber sein Studium abbrechen und arbeiten gehen.

Ein 2009 in die Schweiz eingereister Asylbewerber aus Äthiopien muss den im vergangenen Herbst an der Fachhochschule Nordwestschweiz aufgenommenen Studiengang Master of Science in International Management vermutlich abbrechen.

Arbeiten liegt laut DdI im öffentlichen Interesse

Mit der in seinem Herkunftsland abgeschlossen universitären Bildung sei es ihm möglich, in der Schweiz ein Einkommen zu realisieren, das in teilweise oder ganz von der Sozialhilfe befreien würde, heisst es in einer Verfügung des Departements des Innern (DdI). Das liege im öffentlichen Interesse.

Laut dem DdI ist die Sozialbehörde nicht verpflichtet fürs Studium zu zahlen. An das DdI hatte sich der blitzgescheite Asylbewerber gewannt, nachdem ihm der Asylkreis Unterer Bucheggberg die Sozialhilfe gestrichen hatte. Die Sozialhilfe wurde eingestellt, obschon er die Auslagen für sein Masters-Studium zweckgebunden von drei Privatpersonen erstattet bekam und selber über kein Einkommen oder Vermögen verfügt.

Unklar ob Beschwerde gegen die DdI-Verfügung erhoben wurde

Diese privaten Zuwendungen entfallen bei einem Studienabbruch, räumte das DdI ein. Die Sozialbehörde sei aber nicht verpflichtet, die Ausgaben für die Realisierung des Studiums zu übernehmen.

Ob der Asylbewerber gegen die DdI-Verfügung Beschwerde erhoben hat, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Die zuständigen Stellen verwiesen auf den Datenschutz Nächste Beschwerdestelle ist das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn.