Zuchwil
ARA Emmenspitz möchte aus Klärschlamm Biogas gewinnen

Aus der Trockensubstanz unbehandelten Klärschlamms möchte die ARA Emmenspitz Biogas gewinnen. Dadurch würde sich die zu entsorgende Menge an Klärschlamm um rund ein Drittel verringern. Um dies zu realisieren muss noch ein Faulturm gebaut werden.

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Zweckverband der Abwasserregion Solothurn-Emme

Zweckverband der Abwasserregion Solothurn-Emme

Maddalena Tomazzoli Huber

Die ARA Emmenspitz reinigt das Abwasser von 36 Einwohnergemeinden der Kantone Solothurn und Bern. In den Jahren 2002 bis 2005 wurde die ARA nach über 25 Betriebsjahren ausgebaut und saniert. Verschiedene Anlageteile hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Die Sanierung der Abwasserreinigung war mit einem Ausbau der biologischen Reinigungsstufe mit einem Beckenvolumen von damals 5000 auf 17 740 Kubikmeter verbunden. Die Belebtschlammbecken der erweiterten biologischen Reinigungsstufe wurden auf eine weitgehende Stickstoffelimination ausgelegt. Dadurch reduziert sich die jährliche von der ARA Emmenspitz emittierte Stickstofffracht erheblich.

Im Zuge der damaligen Umgestaltung der Behandlung des Klärschlamms wurde die Faulung aufgehoben. Die bestehende Schlammentwässerung wurde seitdem direkt für den Frischschlamm genutzt. Der entwässerte Klärschlamm wurde zur Verbrennung an die Kehrichtsbeseitigungsanlage (Kebag) abgegeben.

Nun möchte die ARA aus den derzeit 3350 Tonnen Trockensubstanz unbehandelten Klärschlamms jährlich mindestens 4,5 GWh Biogas gewinnen. Dadurch verringert sich die zu entsorgende Klärschlammmenge um rund ein Drittel. Dazu musste ein Baugesuch für den Neubau eines Faulturms eingegeben werden.

Zusätzlich wurde von Seiten des AfU (Amt für Umwelt) gefordert, dass eine Trübwasser-Entstickungsanlage realisiert werden muss, damit die Aare nicht mit Schadstoffen belastet wird.

Vor rund einem Jahr wurde ein Baugesuch eingereicht, das den Neubau eines Faulturmes mit 4500 Kubikmeter Volumen beinhaltet. Dazu wird ein Anbau erstellt, in dem die Frischschlammeindickung und das Wärmeaustauschregime untergebracht werden. Daneben entstehen ein Gasometer und die Gasaufbereitungsanlage. Ebenso wird die geforderte Trübwasser-Entstickungsanlage realisiert.

Der Kostenvoranschlag für das Bauprojekt weist für die vom AfU geforderte Anlage beitragsberechtigte Kosten in der Höhe von 2,1 Mio. Franken auf. Der Regierungsrat hat nun aus dem kantonalen Abwasserfonds einen Beitrag von 35 Prozent oder 797 580 Franken an das Projekt gesprochen. (rm/rrb)

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