Gerlafingen
Anwohner nach Explosion: «Wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte»

In der Stahl Gerlafingen hat eine gewaltige Explosion Schlackensteine in Wohnquartiere geschleudert. Nun erzählen Anwohner, wie sie den Unfall erlebt haben. Mindestens ein Todesopfer ist zu beklagen – ein tierisches.

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Verpuffung: Schlackensteine fliegen aus Werk von Stahl Gerlafingen und richten Schäden an
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Solche Schlackensteine flogen bis in angrenzende Wohnquartiere.
Durch die Gewalt der Verpuffung schleuderte es mehrere Schlackensteine bis in die angrenzenden Wohnquartiere von Gerlafingen und Biberist. Sie verursachten Schäden.
Im Stahlwerk Gerlafingen kam es heute früh zu einem lauten Knall, der Anwohner aufschreckte. (Archiv)

Verpuffung: Schlackensteine fliegen aus Werk von Stahl Gerlafingen und richten Schäden an

Stefan Lanz/TeleM1

Ein lauter Knall hat am Samstagmorgen um 4.15 Uhr hat die Anwohner der Stahl Gerlafingen aus dem Schlaf geweckt. Infolge einer Verpuffung sind mehrere 600 Grad heisse Schlackensteine mit bis zu 70 cm Durchmesser in die angrenzenden Wohnquartiere im solothurnischen Gerlafingen und Biberist geschleudert worden. Verletzt wurde niemand, vereinzelt gab es Schadenmeldungen.

Ein Anwohner erzählt Tele M1, sein ganzes Haus habe gezittert und ihn fast zum Bett hinausgejagt. "Es ist unglaublich." Ein anderer Anwohner sagt: "Es ist, wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte."

Nur noch Schrottwert hat das Auto von Nicole Affolter. Ein Schlackenstein trifft das Fahrzeug wie ein Meteorit: Im Dach klafft ein Loch, der Rücksitz ist verbrannt. "Es war mein erstes Auto."

Auch Silvia Wey hat einen Verlust zu beklagen. Ein Schlackenstein schlug in ihr Gewächshaus ein. Vor Schreck sei ihr Kaninchen wild im Garten herumgerannt und danach wohl an einem Herzinfarkt gestorben.

Die Verantwortlichen seien vor Ort, um mit den vom Schaden betroffenen Personen zu sprechen, heisst es in der SDA-Meldung. Doch als Tele M1 nach einer Stellungnahme fragt, werden sie auf nächsten Montag vertröstet. Die Chefetage sei schon wieder im Wochenenede, nachdem sie morgens vor Ort gewesen wären, heisst es seitens der Presseabteilung.

Wie kams zur Explosion

Vermutet werde, dass der hohe Grundwasserspiegel Ursache für den Zwischenfall war, wie Linda Krenn, die Medienverantwortliche der Stahl Gerlafingen AG auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Das Wasser sei von unten her in die Schlackengrube eingedrungen und habe so die Verpuffung ausgelöst.

Der grösste Teil der Materials, das durch die Luft flog, sei wieder auf dem Fabrikareal niedergegangen, sagte Linda Krenn weiter. Dennoch habe die Wucht der Explosion dazu geführt, dass ein vor kurzem installiertes Schutznetz beschädigt wurde. (fam/sda)