Ein lauter Knall hat am Samstagmorgen um 4.15 Uhr hat die Anwohner der Stahl Gerlafingen aus dem Schlaf geweckt. Infolge einer Verpuffung sind mehrere 600 Grad heisse Schlackensteine mit bis zu 70 cm Durchmesser in die angrenzenden Wohnquartiere im solothurnischen Gerlafingen und Biberist geschleudert worden. Verletzt wurde niemand, vereinzelt gab es Schadenmeldungen.

Ein Anwohner erzählt Tele M1, sein ganzes Haus habe gezittert und ihn fast zum Bett hinausgejagt. "Es ist unglaublich." Ein anderer Anwohner sagt: "Es ist, wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte." 

So erleben Anwohner den Schlackenstein-Regen im solothurnischen Gerlafingen

So erleben Anwohner den Schlackenstein-Regen im solothurnischen Gerlafingen

Nur noch Schrottwert hat das Auto von Nicole Affolter. Ein Schlackenstein trifft das Fahrzeug wie ein Meteorit: Im Dach klafft ein Loch, der Rücksitz ist verbrannt. "Es war mein erstes Auto."

Auch Silvia Wey hat einen Verlust zu beklagen. Ein Schlackenstein schlug in ihr Gewächshaus ein. Vor Schreck sei ihr Kaninchen wild im Garten herumgerannt und danach wohl an einem Herzinfarkt gestorben.

Die Verantwortlichen seien vor Ort, um mit den vom Schaden betroffenen Personen zu sprechen, heisst es in der SDA-Meldung. Doch als Tele M1 nach einer Stellungnahme fragt, werden sie auf nächsten Montag vertröstet. Die Chefetage sei schon wieder im Wochenenede, nachdem sie morgens vor Ort gewesen wären, heisst es seitens der Presseabteilung.

Wie kams zur Explosion

Vermutet werde, dass der hohe Grundwasserspiegel Ursache für den Zwischenfall war, wie Linda Krenn, die Medienverantwortliche der Stahl Gerlafingen AG auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Das Wasser sei von unten her in die Schlackengrube eingedrungen und habe so die Verpuffung ausgelöst.

Der grösste Teil der Materials, das durch die Luft flog, sei wieder auf dem Fabrikareal niedergegangen, sagte Linda Krenn weiter. Dennoch habe die Wucht der Explosion dazu geführt, dass ein vor kurzem installiertes Schutznetz beschädigt wurde. (fam/sda)