Bellach
Anwohner der Lidl-Filiale in Bellach beklagen sich über Lastwagen-Lärm

Anwohner vom Bellacher Lidl fühlen sich durch den Lärm belästigt, den Lastwagen beim Anliefern von Waren verursachen. Messungen des Kantons stützen nun diese Reklamationen.

Urs Byland
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Gewerbe- und Wohnzone liegen in Bellach nahe beieinander – das kann zu Problemen führen.

Gewerbe- und Wohnzone liegen in Bellach nahe beieinander – das kann zu Problemen führen.

Urs Byland

Lidl verursacht in Bellach zu viel Lärm. Dies hat der Kanton mittels Messungen festgestellt. Das Problem sind die Lastwagen, die in der Nacht die Waren anliefern. Bauverwalter Hans Lüthi ortet insbesondere den Lastwagen, der jeweils das Gemüse liefert, als Quelle übermässiger Emissionen.

Diese würden aber nur minim über den Grenzwerten liegen, Markus Chastonay, Leiter Abteilung Luft und Lärm beim Kanton bestätigt die Messungen. «Die Grenzwerte wurden überschritten.»

Die Messungen ausgelöst haben Anwohner, die sich seit Eröffnung des Geschäftes durch den Lärm belästigt fühlten. Somit war die Sache eigentlich auf dem Schlitten. Denn mit den Messungen lagen endlich Beweise vor, mit denen gegenüber Lidl Druck aufgebaut werden konnte.

Nicht kompromissbereit

Verschiedene Lösungen des Problems wurden diskutiert. «Das Einfachste wäre eine saubere Fahrtenregelung», sagt Bellachs Bauverwalter Hans Lüthi. Es hätte laut Lüthi bereits genügt, wenn der Gemüselastwagen die Bellacher Filiale nach 6 Uhr morgens angepeilt hätte. Darauf wollte sich aber Lidl aus welchen Gründen auch immer nicht einlassen.

Zudem hätte Lüthi bei dieser Lösung auf eine unabhängige Kontrolle gepocht. Die optimale Lösung wäre eine Eintunnelung, das heisst eine Überdeckung des Abladebereiches auf der Südseite des Gebäudes.

Lüthi rechnet mit Kosten gegen 200000 Franken bei dieser Variante. «Man hätte bei dieser Lösung auch den Anfahrtsbereich tiefer setzen können», zeigt sich der Bauverwalter zu Kompromissen bereit. Doch nichts von alledem hat Lidl im Sinne.

Die Verantwortlichen dort setzen auf eine Lärmschutzwand Richtung Süden. «Das ist eher problematisch, weil die Emissionen möglicherweise nach Westen abgeleitet werden und in der Folge dort die Anwohner leiden», so Lüthi. Zudem werde die Wand fünf Meter hoch.

Bei dieser Variante rechnet Lüthi mit Kosten von über 100000 Franken. «Offenbar strebt Lidl die billigste Lösung an.» Etwas anderes ist auch Markus Chastonay vom Kanton nicht bekannt. «Lidl will eine Lärmschutzwand bauen. Eine Einhausung ist doch wesentlich teurer», erklärt der Fachmann.

Bauverwalter will nachfassen

Lidl will offiziell noch nicht so viel preisgeben. Cheryl Zwicker, verantwortlich bei Lidl für Medien, schreibt in einem E-Mail: «Wir arbeiten im Moment mit dem Amt für Umwelt des Kantons Solothurn und der Gemeinde Bellach an einer geeigneten Lärmschutz-Lösung, dabei haben wir den Behörden verschiedene Vorschläge unterbreitet. Sobald eine gemeinschaftliche Lösung getroffen wurde, werden wir diese zeitnah umsetzen.» Seit Mitte September habe er nun nichts mehr von der Firma gehört, sagt dagegen Bellachs Bauverwalter.

Hans Lüthi vermutet, dass der Budgetposten erst noch in der Firmenzentrale genehmigt werden müsse. «Wenn nicht bald etwas geschieht, werde ich im Dezember der Firma in Rücksprache mit dem Kanton ein Schreiben senden und eine Frist setzen», erklärt Bellachs Bauverwalter.

Dieses Vorgehen steht im Einklang mit dem Kanton. «Wir sind die Fachbehörde und beraten die Gemeinde», sagt Markus Chastonay. Bei Verfügungen brauche es die Gemeinde. «Sie kann bei uns aber Rücksprache halten in Bezug auf die Fristen. Bei Lärmsanierungen wissen wir ungefähr, wie lange es dafür braucht.»