Büren an der Aare
«Änte guet, alles guet» in Büren?

Traditionellerweise wird am 11. November in Büren die Nöijohrsplakette bekanntgegeben. Das Stedtli wird am «Büre Nöijohr» zu Entenhausen.

Silvia Stähli-Schönthaler
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Jean Marmier mit Markus Schär (rechts) an der Plaketten-Vernissage im Rathauskeller in Büren.

Jean Marmier mit Markus Schär (rechts) an der Plaketten-Vernissage im Rathauskeller in Büren.

Silvia Stähli-Schönthaler

Das «Büre Nöijohr 2019» findet unter dem Motto «Änte guet, alles guet?» statt. An der Plaketten-Vernissage wurde erklärt, warum das Stedtli jetzt zu Entenhausen geworden ist. Im vollbesetzten Rathauskeller brachte der Schnitzelbankschreiber Markus Schär die Anwesenden – wie jedes Jahr – so richtig zum Lachen. Nachdem Gemeindepräsident Rolf Wälti traditionsgemäss den «Nimmerseelig» aus dem Tresor befreit hatte, legte der «Mann mit der Melone auf dem Kopf» so richtig los.

«Ungebraucht zurück»

Und wie immer war der Gemeinderat von Büren das Thema Nummer eins. «Vor einem Jahr dachte man, dass mit dem neuen Gemeinderat «Licht am Ende des Tunnels» einkehre. «Was wir nun haben, ist ein Tunnel am Ende des Lichts.»

Damit sprach Markus Schär den «etwas defensiven Start» des Gemeinderates an, «sozusagen die politisch jungfräuliche Keuschheit». Auf dem Grabstein der jetzigen Regierung von Büren stehe daher einmal geschrieben: «Ungebraucht zurück.» Er habe Astrologin Elisabeth Teissier angefragt, was denn politisch von der Exekutive in Büren im kommenden Jahr zu erwarten sei. «Da kein Gemeinderat im Sternzeichen Schütze geboren ist, wird der Gemeinderat wohl auch keinen Treffer landen.»

Für die Plaketten-Vernissage haben sich laut Markus Schär zwei wichtige Personen entschuldigt: Einerseits handelt es sich dabei um den Papst, der dieses Jahr in der Schweiz zu Besuch war. «Ich habe gedacht, dass er mit der Abreise warten könnte bis heute. Denn der Papst ist ja immer dort, wo Not und Elend herrscht.» Leider auch verhindert sei Bundesrat Johann Schneider-Ammann: «Er ist auf dem Weg zu uns eingeschlafen.»

Enten nisteten in Geranien

Mitte Jahr wurde das Seeländer Stedtli schweizweit bekannt, weil Enten in den Blumenkisten auf der Holzbrücke einen Nistplatz gefunden und die jungen Triebe der Geranien damit zerstört hatten. Die Plakette, die bereits zum sechsten Mal vom Bürener Grafiker Jean Marmier gestaltet worden ist, zeigt daher eine Ente, die einen Hut in Form des Brückenkopfes trägt und eine Geranie in der Hand hält. Türmliwil – so heisst Büren in der Fasnachtszeit – sei nicht nur auf den Hund gekommen, und vieles, das gemacht werde, sei für die Katz, «nun ist es auch noch Entenhausen». Und in Entenhausen würden auch die Politiker immer etwas ausbrüten. «Sie haben zwar schon das eine oder andere Ei gelegt, geschlüpft ist aber leider noch nichts.»

Stedtli in der «Friedhofszone»

Zum Thema machte Markus Schär auch die Situation mit den Läden und Restaurants in Büren. «Man muss sich hier nicht mehr fragen, an welchem Tag ein Geschäft oder ein Restaurant Ruhetag hat, denn oft schliessen diese für immer.» Daher gehöre das Stedtli bald «zur erweiterten Friedhofszone».

Auch den Pfarrerwechsel in der reformierten Kirche machte Schär in seiner Rede zum Thema. «In den letzten fünf Jahren waren hier mehr Pfarrer und Katecheten angestellt als Bürger, die an einem durchschnittlichen Sonntag in den Gottesdienst gehen.» Ein heiliger Ort sei im Übrigen auch das Restaurant «Il Grano»: «Man sagt, es hat Potenzial nach oben.»

Mehr Potenzial sollte laut Markus Schär der Gemeinderat entwickeln. Dieser regiere nach dem Motto: «Es gibt viel zu tun, warten wir ab. Schliesslich gehen die nächsten vier Jahre schon irgendwie vorbei.»

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