Emme
An der Emme droht noch mindestens sieben Jahre Hochwassergefahr

Ein Hochwasser würde derzeit an der Emme zwischen dem Biberister Wehr und der Aaremündung Schaden anrichten. Der Kanton plant entsprechende Massnahmen. Diese dürften jedoch frühstens 2019 abgeschlossen sein.

Urs Byland
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Was 2005 geschah, ist auch die nächsten sieben Jahre möglich: Überflutung des Fussballplatzes Scintilla in Luterbach. Hanspeter Bärtschi

Was 2005 geschah, ist auch die nächsten sieben Jahre möglich: Überflutung des Fussballplatzes Scintilla in Luterbach. Hanspeter Bärtschi

Auf der Emme-Brücke in Biberist kann man in Richtung Süden eindrücklich sehen, wie das Flussbett verbreitert und dem Hochwasserschutz Genüge getan wurde. Der Blick Richtung Norden offenbart aber, dass aktuell ein Hochwasser nach wie vor Schäden anrichten wird. Denn der Hochwasserschutz vom Wehr in Biberist bis zur Aaremündung ist noch nicht ausgeführt. Das Vorhaben steckt mitten in der Planung. «Wir schauen bei der Vergabe der Planerarbeiten genaustens darauf, dass die Termine eingehalten werden», erklärt in diesem Zusammenhang Roger Dürrenmatt, beim Amt für Umwelt im Wasserbau tätig. Denn bei einem Hochwasser wäre der Bereich untere Emme noch ein potenzieller Gefahrenherd. Also soll der Hochwasserschutz schnellstmöglich ausgeführt werden.

Roger Dürrenmatt begleitet das Projekt Hochwasserschutz und Revitalisierung der unteren Emme. Da wird mit der grossen Kelle angerichtet werden müssen. Die Vorstudie, die Ende letzten Jahres vorgestellt wurde, rechnet mit Kosten von 60 Millionen Franken (plus/minus 25 Prozent). Die Summe hatte sich gegenüber ursprünglichen Absichten verdoppelt, weil entlang der Emme drei Deponien saniert werden müssen (wir berichteten). «Wir gehen auch heute davon aus, dass sich die Kosten in diesem Rahmen bewegen werden.» Die Deponien sollen im Übrigen ausgehoben werden und sich mit der Überflutung bei Hochwasser mit der Zeit in Auen verwandeln

2015 kommt Projekt vors Volk

In einem Jahr soll ein detaillierteres Planwerk, die genaue Summe bis auf plus/minus 20 Prozent definieren können. Dafür wurden in diesem Sommer die Aufträge an drei Planergemeinschaften vergeben. Ausgeschrieben wurden das Vorprojekt, das Bauprojekt sowie die Bauleitung für die Bereiche Bau, Umwelt sowie Besucherinformation und -führung. Jeweils mit rund 600000 Franken sind die Planungen Bau und Umwelt veranschlagt. Die Planung für den dritten Teil kommt auf zirka 130000 Franken zu stehen. «Bei Revitalisierungen wird ein Gebiet erfahrungsgemäss attraktiver.

Gleichzeitig werden wertvolle Lebensräume geschaffen. Mit der Planung einer gezielten Besucherinformation und -führung soll eine Entflechtung herbeigeführt werden. Einerseits soll das Gebiet zugänglich werden, andererseits sollen gewisse Gebiete beruhigt werden», erklärt Dürrenmatt. Im Hick sei man mit dem Planungskredit. Bis das Projekt aufgelegt wird, dürfen vom Kantonsrat bewilligte drei Millionen Franken für die Planung verbraucht werden.

Ende 2015 wird das Projekt Hochwasserschutz und Revitalisierung untere Emme dem Volk vorgelegt. Genehmigt der Souverän das Projekt, beginnen 2016 die Arbeiten, die 2019 abgeschlossen sein sollten.

Wie erwähnt, wird den Planern in Bezug auf Termine auf die Finger geschaut. «Im oberen Teil der Emme haben wir die Hochwasserschutzdefizite beseitigt. Aber im unteren Teil noch nicht», so Dürrenmatt. Es eile, auch weil: «Je länger Planung und Bau eines Projektes dauern, desto teurer wird’s.»

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