Man kennt sich im Chor, aber auch längst über Vereinsgrenzen hinweg. Denn alljährlich trifft sich die Sängerfamilie im inzwischen fusionierten Sängerverband Wasseramt-Solothurn-Lebern. Diesmal lud der Gemischte Chor «Amici del Canto», Riedholz, zum Sängertag in die Mehrzweckhalle ein. Wie immer wurden Bekanntschaften und Sängerfreundschaften im gemütlichen Teil der Veranstaltung geknüpft oder aufgefrischt.

Vor allem aber hörte man gerne im sachkundigen Publikum, welche neuen Chorwerke die diesmal sieben teilnehmenden Verbandsvereine für diesen Festtag erarbeitet hatten.

Bella figura e voce

Den Auftakt gestaltete der Männerchor Etziken unter der Leitung von Robert Flury, unterstützt durch die Klavierbegleitung von Sven Ryf. Die 17, in «bella figura» mit schwarzer Weste und Fliege bekleideten Chormitglieder rissen mit ihrem Vortrag «I will follow him» aus dem Film «Sister act» in der Arrangierung von Otto Groll und mit dem Udo-Jürgens-Song «Ich war noch niemals in New York» ihr Publikum mit und liessen mit ihrer gefälligen Interpretation auch die gute Akustik der Halle erleben.

Noch nie als Chorlied gehört war das nachfolgende «Vindo» des Komponisten Janis Sipcevics: ein echter Hit. Die 30 auftretenden Mitglieder des Gemischten Chors Biberist, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feierte, setzten gemeinsam mit Dirigentin Maija Breiksa mit diesem mutigen und sprachlich anspruchsvollen Lied aus der baltischen Chortradition einen ungewöhnlichen, aber frischen Akzent.

Ehrung für Peter Rufer

Der Männerchor «Frohsinn», Drei Höfe, entführte die Zuhörenden ins Robert-Pappert-Lied «Die Jagd ist auf» und danach volkstümlich-herzhaft nach St. Petersburg auf den Pferdemarkt (Christian Bruhn). Die Leitung lag bei Hanni Boner, am Klavier war Jürg Liechti.

Die 35 beteiligten Mitglieder des gastgebenden Gemischten Chors «Amici deCanto» liessen im Nachgang zu ihrem diesjährigen 10-jährigen Jubiläum, untermalt von Anastasia Lozova am Klavier, mit «Leinen los» (Otto Groll) nautischen Wind spüren und wiesen mit dem Spiritual «I’m on my Way» erstmalig auf den bevorstehenden Abschied von ihrem Dirigenten Peter Rufer hin. Theres-Ursula Beiner, die charmant und informativ den Konzertteil moderierte, erinnerte an Rufers Bedeutung für das solothurnische Chorwesen.

Über den Wolken

Die beliebten «Glocken der Heimat» (Robert Pappert) erklangen im Vortrag des 16-köpfigen Männerchors Lohn-Ammannsegg. Seine neu diplomierte Dirigentin Anita Wenger ergänzte mit der eingängigen Filmmusik «The Lion sleeps tonight». Dirigentin Regina Rast liess ihre 23 Sängerinnen des Frauenchors Lohn-Ammannsegg, am Klavier begleitet von Theres-Ursula Beiner, stimmlich im Reinhard-Mey-Chanson «Über den Wolken» und in «Wochenend und Sonnenschein» (Milton Ager) entschweben. Als Klangkörper gefielen die 25 schwarz mit roter Krawatte gewandeten Mitglieder vom Männerchor «Chutz», Langendorf, mit dem Schlager «Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’» und mit dem rassigen «Casatschok» von Boris Ruboschkin. Die Komposition stammt aus der Ukraine und entzündete im Saal Hoffnung auf baldigen Frieden in diesem Land. Dirigentin Doris Däster und Sven Ryf (Klavier) sorgten für einen beifallumrahmten Auftritt.

In Gegenwart von Gästen und zahlreichen Ehrenmitgliedern erläuterte Verbandspräsidentin Edith Ursprung die ansteckende Wirkung von «Singen soll Kreise ziehen». «Wahre Wunder» üben Gesang auf die individuelle Gesundheit, aber auch auf die Gemeinschaft aus, warb sie für «Vorleben, Vor- und Mitsingen».