Wasserämter Musiktag

Am Musiktag gab es schöne Töne und viele Regentropfen

Luterbach war am Wochenende Schauplatz des Wasserämter Musiktages, an dem sich zahlreiche Musikgesellschaften beteiligten. Wegen des Regens entfiel aber die Parademusik auf der Strasse und die Gesamtmarschmusik.

Keine Freude hatte die Musikgesellschaft Luterbach am vielen Wasser von oben. Dafür durfte sie auf die Hilfe ihrer Partnervereine zählen. Die Tambouren und Pfeiffer Guttet-Feschel reisten am Samstag aus dem Wallis an. Das ganze Wochenende über wirkte der Musikverein Wolpertswende mit. Er ist seit Jahrzehnten Partnerverein der Luterbacher. Die Deutschen sorgten schon am Freitag als Gastverein beim Expertisenkonzert für einen fulminanten Schlusspunkt. Ihr «Pilatus: Mountain of Dragons» war natürlich eine freundliche Geste. Wie sie die Komposition von 2002 für das Jugendblasorchester Luzern in die Kirche zauberten, zeigte, wie ernst sie die Auslandreise nahmen. Das war allerdings auch nötig, um im Vergleich mit den besten Wasserämter Vereinen bestehen zu können.

Eine Rangliste gibt es bei den Expertisenkonzerten der Musiktage nicht. Eine möglichst gute Bewertung durch die Experten Cornelia Begert und Thomas Korner strebte aber jede Sektion an. Nach der Vorstellung der Vereine und ihres Konzertstückes durch Marianne Schneitter, gehörten ihnen in der reformierten Kirche Publikum und Experten. Tatsächlich präsentierten sich alle einheimischen Vereine mit passenden Stücken musikalisch gut vorbereitet.

Amerika, Fantasie und Phantom

Die MG Kriegstetten mit «Indian River» und die MG Etziken mit «Colorado» führten musikalisch an Flüsse in Amerika. Mit einem gut gespielten «Dakota» und seinen fünf Sätzen versetzte auch die MG Recherswil die Hörerschaft dorthin. Ein anderes Ziel peilte der MV Harmonie Gerlafingen souverän mit Mario Bürkis gefälligem «Mazedonia» an. Thematisch öffneten die Blasmusik Zuchwil mit «Thême Varié», die MG Obergerlafingen mit «Free World Fantasy» und die MG Derendingen mit einem elegant gespielten «La Storia» der Fantasie freien Lauf. Von der Suche in der Pariser Oper nach dem sagenhaften Phantom erzählte musikalisch die MG Subingen.

Die Geschichtensammlung über Baron Münchhausen animierte Bert Appermont dazu, jenes Musikwerk in vier Sätzen zu schreiben, mit dem die MG Harmonie Biberist überzeugend auftrat. So bedeutend wie das zugrunde liegende Thema gelang auch die Interpretation der Vereinsmusik Kriegstetten von Armin Kolers «Schmelzende Riesen». Die MG Deitingen verzichtete auf eine Bewertung, bot aber einen hörenswerten Auftritt. Bei «Der einsame Hirte» glänzten ihre drei Flötistinnen. In «One Moment in Time» heimste die singende Saxofonistin Rebecca Bieri herzlichen Applaus ein.

Gesamtmarschmusik fiel ins Wasser

An Parademusik auf der Strasse, mit der am Samstag der Musiktag hätte weitergehen sollen, war nicht zu denken. Natürlich entfiel auch die Gesamtmarschmusik. Hingegen wurde der Gesamtchor in kleiner Form, durch eine auf zwei Vereine reduzierte Formation auf der Festzeltbühne gespielt. Dorthin marschierten anschliessend die Vereine der Reihe nach auf, um stehend ihren Marsch zu spielen.

Viel Freude bereitete die Vereinsmusik Kriegstetten später mit ihrem Unterhaltungskonzert zum Nachtessen. Mit der Veteranenehrung, musikalisch umrahmt durch den Musikverein Wolpertswende, wurde zwar der offizielle Teil, nicht aber der Musiktag selber abgeschlossen. Nach der von Konrad Widmer, dem Veteranenobmann des Solothurner Blasmusikverbandes vorgenommenen Ehrung, präsentierten die Luterbacher Überraschungen. Eine boten dabei die ganz jungen Walliser. Mit ihren Natwärisch-Pfeifen und Trommeln zeigten sie einen beherzten Auftritt. Einen Begeisterungssturm entfachte der Tambourenverein Biberist mit seiner grossartigen Schau.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1