Aetigkofen
Am Einsatz der «fremden» Zivilschützer scheiden sich die Geister

Die regionale Zivilschutzorganisation Solothurn regelt während des Bucheggberger Weihnachtsmarktes den Verkehr. In der Runde der Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und präsidenten sorgt der Einsatz der «auswärtigen» für Diskussionen.

Daniel Rohrbach
Drucken
Teilen
Schlossrued will keine ZSO-Fusion.Archiv/Andreas Kaufmann

Schlossrued will keine ZSO-Fusion.Archiv/Andreas Kaufmann

Für den Verkehrsdienst am Bucheggberger Wiehnachtsmäret wird erneut die regionale Zivilschutzorganisation Solothurn besorgt sein. Insgesamt werden zwölf Mann im Einsatz stehen. In früheren Jahren wurde der Verkehr von der regionalen Zivilschutzorganisation Biberist/Bucheggberg/Lohn-Ammannsegg geregelt.

Nicht zuletzt auf Intervention der Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten Bucheggberg (VGGB) im letzten Jahr übt diese Zivilschutzorganisation den Verkehrsdienst am Wiehnachtsmäret nicht mehr aus, da es sich um einen kommerziellen Anlass handle.

Thema war die Verkehrsregelung am Weihnachtsmarkt an der letzten VGGB-Versammlung vor zehn Tagen dennoch. So enervierte sich die Biezwiler Gemeindepräsidentin Rita Mosimann, dass in Aetigkofen wiederum eine, wenn auch «fremde», Zivilschutzorganisation zum Einsatz kommt. Es könne doch nicht sein, dass der Zivilschutz für eine solche Aufgabe aufgeboten werde und die Arbeitgeber der Zivilschützer dafür auch noch anteilmässig aufzukommen hätten.

Auch der Samichlaus kommt

Am diesjährigen Wiehnachtsmäret in Aetigkofen wird erstmals die ehemalige Heubühne samt Einfahrt auf dem Ischhof als Ausstellerraum genutzt. Es ist diese spezielle Ambiance, die Besucher aus der ganzen Schweiz jeweils nach Aetigkofen zieht: Ein intakter Dorfkern, eingetaucht in warmes Licht und weihnachtlich geschmückt, in dem fast ausschliesslich regionale und handgefertigte Produkte und Artikel angeboten werden. An diesem erfolgreichen Konzept wird auch am diesjährigen Buechibärger Wiehnachtsmäret festgehalten. Bewährt haben sich die beiden Änderungen vom letzten Jahr. So wird der Chlausewald wiederum auf dem Dürihof der Familie Zimmermann anzutreffen sein. Auch am Parkkonzept halten die Organisatoren fest: Vom grossen Parkplatz aus westlich des Dorfes kann man den Markt mit nur wenigen Schritten erreichen. Der Markt ist mittlerweile weitherum bekannt. So besuchen schon jeweils gut 10000 Besucher das Bucheggberger Dorf. Hört man sich bei erfahrenen Marktgängern um, vernimmt man da und dort: Der Buechibärger Wiehnachtsmäret gehöre mit dem Weihnachtsmarkt in Einsiedeln zu den schönsten in der Schweiz. Ein grosser Teil der rund 80 Aussteller hält dem Aetigkofer Weihnachtsmarkt schon seit Jahren die Treue. Auch heuer besuchen am Samstag ab 16 Uhr der Samichlaus und das Christkind samt Esel den Wiehnachtsmäret. Das Rahmenprogramm umfasst im Weiteren die «Steelband Lyss» (Donnerstag, ab 19.30 Uhr), «Pan mit Charme» (Freitag, ab 19 Uhr) sowie die «Ländlergiele Hubustei» (Sonntag, ab 14 Uhr). Die Kleinen werden natürlich auch dieses JahrTiere streicheln können – neu auf den Ischhof zu Hause sind die Eselin Claudia; und das Hängebauchschwein Eros hat eine Gefährtin erhalten. (drb)

«Einfach ein Trickli gefunden»

Der an der Sitzung ebenfalls anwesende SVP-Kantonsrat Samuel Marti (Hessigkofen) reagierte mit einem Kopfschütteln auf den Einsatz. Jetzt hätten die Veranstalter einfach ein «Trickli» gefunden, wie sie dennoch zu den Leistungen des Zivilschutzes kämen.

Der Aetigkofer Gemeindepräsident Christoph Isch, als Angehöriger einer der organisierenden Familien des Markts, bemühte sich, den Zivilschutzeinsatz ins rechte Licht zu rücken. Es handle sich um einen Wiederholungskurs für die im Verkehr eingeteilten Zivilschutzleute, die zudem ein Anrecht darauf hätten, ihre Dienstage zu leisten. «Zudem entstehen den Gemeinden überhaupt keine Kosten.»

Als «nicht unser Problem», bezeichnete der Lüterkofer Gemeindepräsident Roger Siegenthaler den Einsatz. Man habe schliesslich Nein gesagt zum Einsatz des Bucheggberger Zivilschutzes, eben weil man der Ansicht sei, dass es sich um einen kommerziellen Anlass handle.

16. Buechibärger Wiehnachtsmäret:

Donnerstag, 29. November bis Sonntag, 2. Dezember. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag, 16 bis 22 Uhr, Samstag, 14 bis 21 Uhr, Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Für die Parkplätze wird eine Gebühr von 5 Franken pro Tag und Fahrzeug erhoben. Infos auf: www.wiehnachtsmaeret.ch

«Nicht aus Region wegzudenken»

Martin Allemann, Leiter des Amts für Feuerwehr und Zivilschutz der Stadt Solothurn, hat diesbezüglich weniger Bedenken. Es sei zwar schon so, dass der Wiehnachtsmäret ein kommerzieller Anlass sei. Aber nicht nur, sei er doch daneben auch eine für die ganze Region nicht mehr wegzudenkende Veranstaltung», sagt er auf Anfrage. «Für unsere Verkehrsgruppe eignet sich der Wiehnachtsmäret aber vor allem als gute Trainingsmöglichkeit», so Allemann weiter.

Eine Grundbedingung für den Einsatz sei zudem, dass er für die Zivilschutzorganisation mit keinen Kosten verbunden sein dürfe. So werde das eingesetzte Material dem Veranstalter in Rechnung gestellt und auch die Verpflegung der Zivilschützer sei Sache des Veranstalters.

Was dagegen von der Allgemeinheit übernommen wird, ist der Verdienstausfall der im Einsatz stehenden Zivilschutzleistenden. Dieser wird von der Erwerbsersatzordnung getragen.

Aktuelle Nachrichten