Neu tritt die SVP in Riedholz an. Die Zweierliste zieren Stephanie Ritschard und Dominik Ingold. Insofern eine attraktive Liste, weil Ritschard sich bereits als Kantonsratskandidatin versuchte und Ingold aus dem Dorfteil Niederwil stammt. Nach der Fusion am 1.1.2011 wurde der siebenköpfige Gemeinderat von Riedholz mit zwei Gemeinderäten vom neuen Dorfteil Niederwil ergänzt. Dies bis zum Ende der Legislatur. Verteilt werden nun für die kommende Legislatur sieben Sitze. – Ingold ist der einzige Kandidat aus dem Dorfteil Niederwil. «Wir hoffen auf einen Sitz», erklärt Ingold. Aber auch die Chancen auf einen zweiten Sitz seien intakt.

Thematisch will die SVP um weiterhin niedrige Steuern bemüht sein. «Auch wenn dies schwierig sein wird. Wir wollen aber nicht, dass stattdessen einfach die Gebühren erhöht werden.» Zentral sei zudem, was mit dem Attisholz-Areal passiere.

Nur eine Kandidatin bei der SP

In Gefahr ist sicher der zweite Sitz der SP. Diese hat auf ihrer Liste nur noch die bisherige Gemeinderätin Jacqueline Rüede doppelt geführt. Weitere Kandidaten konnte die demissionierende SP-Gemeinderätin Silvia Petiti, SP-Parteipräsidentin Unterleberberg, nicht finden. «Diejenigen Leute, die wir kontaktierten, mussten alle absagen, weil sie nicht die nötige Kapazität haben», erklärt Petiti. «Im Riedholzer Gemeinderat werden gerade viele Projekte bearbeitet, also bräuchte es Gemeinderäte, die auch Zeit haben.» Den einen Sitz will die SP aber unbedingt verteidigen. Petiti vermutet, dass der bisher zweite Sitz in Richtung SVP gehen wird. Für die alte und möglicherweise neue Gemeinderätin Rüede stehe der Mensch im Vordergrund. «Sie wird sich einsetzen für eine gute Bildungsqualität, Seniorenwohnungen und für die Integration des neuen Dorfteils Niederwil.»

FDP rechnet mit Verlusten

Obwohl die FDP Stimmen an die SVP verlieren wird, wie FDP-Ortspräsident Dieter Schaffner vermutet, wollen die Liberalen ihre vier Sitze im aktuellen Gemeinderat halten. «Das ist unser Ziel. Wir haben in Riedholz relativ viel Gewicht.» Die 4er-Liste der FDP sei gut bestückt. Daneben hätten sich auch die bisherigen Ersatzgemeinderäte bereit erklärt, eine weitere Legislatur als Ersatz anzuhängen.

Neben den Finanzen, die unter Kontrolle gehalten werden sollen, will die FDP sich in der nächsten Legislatur vor allem für die Ortsplanungs-Revision einsetzen. Dabei gelte es, die innere Entwicklung der Gemeinde mit dem Areal Attisholz und dem Dorfteil Niederwil im Auge zu behalten.

Ein wichtiges Thema wird in Riedholz das Thema Gemeindepräsidium sein. «Mit dem Rücktritt von Parteikollege Peter Kohler sind wir gefordert und auch motiviert, eine Nachfolge zu finden», erklärt Dieter Schaffner. Weiter will er sich nicht auf die Äste hinauswagen. Er wolle die Resultate der Gemeinderatswahlen abwarten. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass die FDP mit Gemeinderätin Elisabeth Brillo eine über die Parteigrenzen hinaus akzeptierte Nachfolgerin hätte.

Eheim tritt nicht für Präsidium an

Kein Geheimnis ist, dass der andere heisse Anwärter für das Gemeindepräsidium, CVP-Ortspräsident und aktueller Vizegemeindepräsident Marcel Eheim wäre. Dieser winkt ab. «Ich habe in der kommenden Legislatur keine Zeit für das Amt.» Zeit hat er aber für den Gemeinderat. Mit zwei Parteikollegen kämpft er auf der CVP-Liste um einen zusätzlichen Sitz. «Es wäre schön, wenn wir einen zweiten Sitz holen würden.» Realistisch bleibt er bei der Einschätzung der Erfolgsaussichten. «Mit der erstmaligen Teilnahme der SVP wird es schwierig werden.»

Wichtiges CVP-Ziel für die nächsten Jahre ist eine funktionierende Gemeindepolitik. «Zusammen mit den anderen Parteien für die Gemeinde die besten Lösungen finden», beschreibt es Eheim. Daneben würden das Dorfzentrum und das Attisholz in der nächsten Legislatur besonders beschäftigen.