109 Gemeinden gibt es im Kanton Solothurn und 59 AHV-Zweigstellen. Der Kanton drängt zwar nicht, die Zweigstellen zusammenzulegen, aber er wäre trotzdem froh um eine weitere Regionalisierung.

Kurt Hochstrasser (Ausgleichskasse Kanton Solothurn) versuchte den Gemeindepräsidenten der Amtei SolothurnLebern die Vorzüge schmackhaft zu machen. Hochstrasser argumentierte vor allem damit, dass bei einer grösseren Zweigstelle effizienter gearbeitet werde, und dass die Fallzahlen sicher einen Einfluss auf das Fachwissen hätten.

Zudem sei in der Regel die Erreichbarkeit für die Kundschaft besser, weil die Öffnungszeiten länger seien. Laut Hochstrasser ergeben sich dort Synergien, wo die AHV-Zweigstelle am selben Ort wie der Sozialdienst geführt wird.

Nicht mit der Brechstange

Hochstrasser sagte klar, dass der Kanton die Regionalisierung nicht mit der Brechstange durchsetzen könne. «Lommiswil ist beispielsweise eine Gemeinde, die die Zweigstelle auf der Verwaltung behalten hat. Selzach, Bettlach und Grenchen haben die Stelle regionalisiert und sie ist beim Sozialdienst angesiedelt», wies Hochstrasser auf Beispiele aus der Region hin.

Barbara Leibundgut (Bettlach) erklärte, dass die Auflösung der AHV-Zweigstelle im Dorf immer noch thematisiert werde. «Es kommen immer noch viele Einwohner zu uns an den Schalter. Wo das möglich ist, helfen wir und erledigen die Sachen weiterhin selbst.»

Das grösste Problem sei vor allem für diejenigen Einwohner, die neu AHV beziehen, dass sie dafür ins Sozialamt nach Grenchen gehen müssten. «Das möchten sie nicht. Die Wartezeiten sind lang und man wartet Seite an Seite mit Sozialhilfeempfängern.

Vielen ist das auch heute noch unangenehm», so Leibundgut. Silvia Spycher (Selzach) bestätigte diese Erfahrungen. Während die Verbindung mit dem öffentlichen Verkehr von Bettlach und Selzach nach Grenchen gut ist, ist der Weg von Lommiswil aus schon länger und schwieriger. «Das ist ein Grund, wieso wir die Stelle im Dorf behalten wollen», so Erika Pfeiffer.

Andreas Rüegger (Hubersdorf) störte sich daran, dass der Kanton nicht alle Zweigstellen gleich behandle. «Die grösseren Stellen haben Gratiszugang zu einer App mit der sie Daten abrufen können. Die kleineren Gemeinden müssen dies selbst zahlen. Das ist stossend.»

Hier widersprach Hochstrasser teilweise. «Die App sei gratis, die Software aber nicht. «Die Regionalisierung der AHV-Zweigstellen ist ein Leistungsabbau genau bei der Bevölkerungsgruppe, die in aller Regel am wenigsten mobil ist», so Rüegger weiter. «Wir kennen die Situation unserer Einwohner, vor Ort ist es am einfachsten, weiterzuhelfen.»

Die Gemeindepräsidenten liessen sich zudem über die neusten Entwicklungen in Sachen Ausfinanzierung der Pensionskasse informieren. Sie äusserten sich aber nicht weiter zum Thema.

Erfreut wurde zur Kenntnis genommen, dass im Bereich der Asylsozialhilfe nun Akontozahlungen eingeführt wurden. Im Leberberg erleichtert das der Sozialregion die Arbeit. «Da wir als Zweckverband organisiert sind, hatten wir zwischendurch Liquiditätsengpässe», so Hans-Peter Berger (Langendorf).