Strafanzeige
Affäre Mörgeli: Manfred Küng reicht Anzeige ein

Christoph Mörgelis Anwalt, der Kriegstetter Gemeindepräsident und Solothurner SVP-Kantonsrat Manfred Küng, hat den ehemaligen Direktor des Bundesamts für Justiz, Heinrich Koller, bei der Bundesanwaltschaft angezeigt.

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Manfred Küng

Manfred Küng

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Küng wirft Koller Amtsgeheimnisverletzung sowie herabsetzende Äusserungen vor.

Koller war in der «Affäre Mörgeli» als Gutachter der Universität Zürich mit der Aufarbeitung der Entlassung von Titularprofessorin Iris Ritzmann beauftragt worden. In einem E-Mail an Mitglieder der Universitätsleitung hatte er über Küng geschrieben, er habe diesen als Chef des Eidgenössischen Handelsregisteramts wegen «charakterlicher Mängel und Ungenügens» entlassen müssen.

Gekündigt, nicht entlassen

Küng war von 1992 bis 1994 Chef des Handelsregisteramts, Koller amtete damals als Chef des Bundesamts für Justiz. Küng selber macht geltend, er sei nicht entlassen worden. Ein Sprecher des Bundesamts für Justiz bestätigt dies. Küng habe selber gekündigt, und zwar beim damaligen Justizminister Arnold Koller.

Auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» sagte Heinrich Koller, er habe das Mail verschickt, weil Küng der Universitätsleitung mitgeteilt habe, er habe seinen Professorentitel ohne Habilitation erhalten und sei deshalb nicht in der Lage, wissenschaftliche Leistungen zu beurteilen. Es sei ihm darum gegangen, die Hintergründe dieses Angriffs auf seine Autorität zu erhellen, so Koller weiter.

Beim Streit um seine Entlassung setzt Mörgeli auf ein Solothurner SVP-Netzwerk: Neben Manfred Küng ist der ehemalige SVP-Kantonsrat Roman S. Jäggi bereits mit seiner PR-Agentur für Mörgeli aktiv geworden und hat Mörgeli in der Medienkampagne unterstützt.

Manfred Küng selbst hat bereits in einem anderen Streit die Amtsgeheimnisverletzung als Argument bemüht. Er wirft das Vergehen der entlassenen Kriegstetter Finanzverwalterin vor. Er selbst hat dabei allerdings auf der Gemeinde-Homepage private Informationen über die Frau veröffentlicht. (nch)