Fusion
Aeschi und Steinhof feierten zum Jahresauftakt Hochzeit

Steinhof und Aeschi haben auf den 1. Januar 2012 fusioniert. Die Einwohner der beiden Gemeinden feierten die Gemeindefusion mit einem Festakt am Neujahrstag.

Samuel Misteli
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Sie freuten sich am Neujahrstag über das Zusammengehen ihrer Gemeinden: René Sutter (Steinhof) und Gemeindepräsident Urs Müller (Aeschi). sam

Sie freuten sich am Neujahrstag über das Zusammengehen ihrer Gemeinden: René Sutter (Steinhof) und Gemeindepräsident Urs Müller (Aeschi). sam

Urs Müller, Gemeindepräsident von Aeschi und damit seit dem Jahreswechsel auch des neuen Ortsteils Steinhof, gab in seiner launigen Festansprache eine Anekdote vom Frühstückstisch zum Besten: Wie schnell doch die Heirat mit dem Steinhof über die Bühne gegangen sei, habe seine Frau am Morgen zu ihm gesagt.

Er selber habe das gar nicht so erstaunlich gefunden: «Schliesslich sind wir schon lange zusammen gegangen.» Was mit Kooperation unter anderem im Schul- und Zivilschutzbereich seinen Anfang genommen hatte, mündete nun am 1. Januar in der formellen Fusion von Aeschi und dem Steinhof.

Lautstarker Hochzeitsmarsch

Um das Zusammengehen gemeinsam zu feiern, lud die Einwohnergemeinde Aeschi die Bevölkerung am Neujahrstag zur Fusionsfeier in die Aescher Turnhalle ein. Bevor die rund 200 Teilnehmenden aus beiden Gemeinden zum Apéro schreiten konnten, bekamen sie einen lautstarken Hochzeitsmarsch zu hören: Die Treichlergruppe Jurasüdfuss läutete mit dem neuen Jahr auch die Fusion ein – und dürfte gleichzeitig jene Festteilnehmer endgültig geweckt haben, die nach der Silvesternacht noch in leicht schlaftrunkenem Zustand erschienen waren.

Den richtigen Zeitpunkt erwischt

Noch 120 Gemeinden

Im Kanton Solothurn gibt es nach der Fusion von Aeschi und Steinhof noch 120 Gemeinden. Weitere Fusionen folgen bald. So steht bereits die Fusion von Lüsslingen und Nennigkofen auf den 1. Januar 2013 fest. Auch in und um Olten wird eine Zusammenlegung diskutiert.

Ringe tauschten Urs Müller und der scheidende Steinhöfer Gemeindepräsident René Sutter keine aus, dafür freundschaftliche Gesten: «Für uns», sagte Müller, «ist es keine Übernahme, für uns ist es eine Zusammenarbeit.» Als Symbol der Gleichberechtigung hing die Steinhöfer Fahne im Hintergrund zwischen der Solothurner Kantonsfahne und der Aescher Gemeindeflagge.

René Sutter überreichte seinem Kollegen einen Granitbrocken als Erinnerungstrophäe – in Anlehnung an das Steinhöfer Wahrzeichen, die Gletscherfindlinge. «Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass wir den richtigen Zeitpunkt für die Fusion erwischt haben», liess Sutter die Festgemeinde wissen, bevor sich diese am offerierten Salatbuffet und gekochtem Schinken gütlich tun konnte. Musikalisch untermalt wurde die Fusionsfeier neben der Treichlergruppe von Klängen des Alphorntrios Aeschisee.

Man konnte sich beschnuppern

Die beiden Gemeindepräsidenten zeigten sich gegen Ende der Feier zufrieden: Man kenne sich zwar untereinander bereits, so René Sutter, trotzdem habe man der Bevölkerung die Gelegenheit geben wollen, sich zusätzlich zu beschnuppern und gemeinsam zu diskutieren. Sowohl Sutter als auch Müller sind auch vier Monate nach der in beiden Ortsteilen deutlich positiv ausgegangenen Urnenabstimmung überzeugt, dass die Fusion richtig war: «Die Zeit war reif», bekräftigte Urs Müller.

«Diese Fusion ist gewachsen», pflichtete Sutter bei. Am Ende sei es darum gegangen, formell zusammenzuführen, was so bereits zusammengewachsen war. Und auch wenn Sutter und Müller sich bewusst sind, dass das Eheleben nicht frei sein wird von Koordinationshürden, sind sie dennoch zuversichtlich, dass die weitgehend reibungslos verlaufene Hochzeit für die Zukunft Gutes verspricht.