Advent
Adventsfenster locken in der dunklen Jahreszeit nach draussen

Vom 1. bis 24. Dezember ist in vielen Gemeinden die Zeit der Adventsfenster. Beinahe an jedem Tag wird ein neues Fensterchen geöffnet, und die Bürger finden Gelegenheit, sich auch in der dunkelsten Zeit des Jahres nicht aus den Augen zu verlieren.

Lea Durrer
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Das Adventsfenster von Madeleine Lüdi, das sie am 5. Dezember den Besuchern öffnete.

Das Adventsfenster von Madeleine Lüdi, das sie am 5. Dezember den Besuchern öffnete.

Zur Verfügung gestellt

«Im Winter friert das Dorfleben regelrecht ein», sagt Helene Aeberhard. Weil man abends nicht mehr so rausgeht, ist es für die Haltnerin umso wichtiger, dass man sich an einem Anlass treffen und Gespräche führen kann. So sei man nicht jeden Abend alleine, sagt sie, und fügt an: «Das ist gut fürs Dorfleben».

Auch Neuzuzüger würden von den Treffen vor den Weihnachtsfenstern profitieren. «Sie können sich in der Gemeinde eingliedern und Kontakte knüpfen», so Aeberhard.

16 von 24 Tagen belegt

Bereits zum achten Mal organisierte sie dieses Jahr das Adventsfenster in der Gemeinde. Und ist mit Freude dabei. Dies, obwohl das Interesse über die Jahre hinweg zurückgegangen sei. Dieses Jahr konnten 16 Haltnerinnen und Haltner für das Projekt gewonnen werden. Somit sind nicht alle 24 Tage belegt.

Für Aeberhard ist die Freude an den Weihnachtsfenstern jedoch ungetrübt: «Es weckt die Vorfreude auf Weihnachten.»

Ideen durchs Jahr sammeln

«Gerade um Weihnachten bleiben viele Leute immer drinnen», sagt auch Madeleine Lüdi. Vor 15 Jahren hat die Recherswilerin zusammen mit Irène Iten in ein Weihnachtsfenster ins Leben gerufen.

In dieser Zeitspanne konnten zwei- oder dreimal nicht alle 24 Fenster geöffnet werden. Doch heuer haben sich wieder genug Recherswiler gemeldet. Jeden Abend geht an einem anderen Haus ein Fensterchen auf. «Das freut uns natürlich», so Lüdi.

All Jahr tatkräftig dabei sind auch die Organisatorinnen. «Ein Fenster zu dekorieren gehört sich für uns», meint Lüdi schmunzelnd. Die beiden Frauen lassen sich all Jahr etwas einfallen, um die Besucher mit einem schönen Weihnachtsfenster zu erfreuen. Madeleine Lüdi, die gerne bastelt und kreativ ist, kommen «manchmal durchs Jahr hindurch schon Ideen.»

An Ideen mangelt es nicht

Auch Helene Aeberhard aus Halten mangelt es nicht an Einfällen. «Ich weiss meistens schon um Weihnachten, was ich im nächsten Jahr machen will.» Heute arbeitet sie am Feinschliff, denn um 18.30 Uhr wird ihr Fenster enthüllt. Was sie sich für dieses Jahr überlegt hat, will sie nicht verraten. «Das ist eine Überraschung.»

Das sei auch das Lustige an den Weihnachtsfenstern, meint Aeberhard. Man frage sich jeweils: «Was macht die Familie wohl dieses Jahr?» Die Vorfreude wachse dadurch nur noch mehr.

So wie in Recherswil pflegen auch andere Gemeinden in der Region den Brauch. Unter anderem in Riedholz, Oberdorf, Günsberg, Obergerlafingen und Gerlafingen bringen die Fenster Licht in die dunkelste Zeit des Jahres. Zuchwil wartet gar mit zwei nach Quartieren geordneten «Adventskalendern» auf.