Eines ist klar: Die Arbeit des Forums Schwarzbubenland wird sich verändern. Denn die Kombination an Kompetenzen und Interessen, die die bisherige Geschäftsleiterin Gelgia Herzog vereinte, ist auf dem Arbeitsmarkt selten im Paket zu finden. Man habe sich dazu entschlossen, dies als Chance zu sehen, sagt Christian Schlatter, Gemeindepräsident von Dornach und Präsident des Forum-Vorstands. «Das ist eine gute Gelegenheit, um neue Akzente zu setzen.»

Setzen wird diese Akzente Adrian Stocker. Er ist vorerst auf Mandatsbasis für ein Jahr angestellt. Er kennt das Leben in den Gemeinden der Region. Als Leiter der Verwaltung von Nuglar-St.  Pantaleon und langjähriger Gemeindeberater weiss er, mit welchen Herausforderungen die Kommunalpolitik in Zeiten der Professionalisierung zu kämpfen hat. Er sieht seine Aufgabe denn auch stark im Politischen. «Wir brauchen bei den Gemeinden einfach mehr Zusammenarbeit», zeigt er sich überzeugt.

Die alten Strukturen geraten unter Druck. Jüngstes Beispiel: Zullwil. Ein Streit um die Auslagerung von Dienstleistungen artete derart aus, dass die im Milizsystem gewählten Gemeinderatsmitglieder in einer Tumultsitzung zurücktraten und nun ein professioneller Sachwalter im Namen des Kantons die Geschicke der Gemeinde lenkt. Dass es zwar selten, aber immer wieder zu Zwangsverwaltungen komme, sei symptomatisch, sagt Stocker. Denn: «Das Milizsystem kommt an seine Grenzen.»

Gutes Umfeld für Veränderungen

Wird das Forum Schwarzbubenland, das unter der Leitung von Gelgia Herzog viel in den Bereichen Imagemarketing, Tourismus und regionale Produkte getan hat, nun wieder politischer? Er orientiere sich am verstorbenen Vorgänger Herzogs, Peter Holzherr, sagt Stocker. Dieser hatte sich bereits vor zehn Jahren dafür starkgemacht, dass Gemeinden intensiver zusammenarbeiten – und stiess damit vielerorts auf Widerstand.

In den letzten zehn Jahren sei das Umfeld für Versuche günstiger geworden, sagt Stocker. Das liege sowohl am noch fehlenden finanziellen Druck, aber auch an den veränderten technischen Möglichkeiten. Heute habe man Cloud-Lösungen. «Es spielt eigentlich keine Rolle mehr, von welchem Büro aus man auf die Daten zurückgreift.»