Derendingen
Ab- und Neuschaffung von Kommissionen gibt Stoff zum reden

Die Ab- und Neuschaffung von Kommissionen gab an der Gemeindeversammlung am meisten zu reden. Das letzte Traktandum, die Teilrevision der Gemeindeordnung, hatte schon zum Voraus im Gemeinderat zu Diskussionen geführt.

Ury Byland
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Hauptstrasse in Derendingen. (Symbolbild)

Hauptstrasse in Derendingen. (Symbolbild)

Hanspeter Bärtschi

Am stärksten wehrte sich die Energie- und Umweltkommission gegen die Umwandlung der Kommission in eine Arbeitsgruppe. An der Versammlung in der Aula, die von 60 Personen besucht wurde, beantragte Markus Baumann im Namen der SP Derendingen, den Kommissionsstatus beizubehalten. Der Antrag wurde aber bei 18 Jastimmen mit 33 Neinstimmen abgelehnt. Die Teilrevision wurde danach grossmehrheitlich angenommen.

Die Teilrevision sei ein Teil der von ihm vor sieben Jahren eingeleiteten Behördenreorganisation, erläutert Gemeindepräsident Kuno Tschumi. «Wir haben unten begonnen, die Verwaltung reorganisiert, danach eine Qualitätssicherung eingeführt und die Löhne angepasst. Jetzt haben wir eine Stufe höher den Gemeinderat und die Kommissionen durchleuchtet.» Im Gemeinderat wird sich nichts ändern. Er hat weiterhin 11 Mitglieder. Auf die Einführung des Ressortsystems wird verzichtet.

Umso mehr ändert sich bei den Kommissionen. Hier werden zum Teil Kommissionen aufgelöst, einzelnen Kommissionen der Behördenstatus entzogen und neue Kommissionen gebildet. Die Rechnungsprüfungskommission wird durch externe Kontrollstellen ersetzt. Die Bildungskommission wird ersatzlos aufgehoben. Die Baukommission ist künftig eine reine Baubehörde. Die Zahl der Mitglieder ist auf drei Personen zu reduzieren (bis anhin 7 Personen).

Neu sind es Beauftragte

«Mit der Aufhebung des Kommissionsstatus kann ein grösserer Kreis von Einwohnern in den Arbeitsgruppen mithelfen», sagt Tschumi. Die Schranken 18 Jahre und Schweizer Pass fallen. Die Mitglieder müssen nicht vereidigt werden. Die Kulturkommission wird durch «Beauftragte für Kultur» (Arbeitsgruppe ohne Behördenstatus) ersetzt, die Bibliothekskommission durch «Beauftragte für die Bibliothek» und die Energie- und Umweltschutzkommission durch «Beauftragte für Energie und Umwelt».

Beinahe schon revolutionär sind die Derendingerinnen und Derendinger bei der Bildung neuer Kommissionen. So gibt es künftig eine Kommission für Gesellschaftsentwicklung, die in den Bereichen Kinder, Jugend, Alter, Integration, Gesundheitsförderung usw. Aufgaben übernimmt. Die Kommission für Gemeindeentwicklung soll nicht nur die üblichen Aufgaben der Planungskommission bearbeiten, sondern soll sich auch mit den daraus resultierenden Auswirkungen wie Schulraumbedarf, Energie, Wasser, Abwasser, Verkehr, öffentliche Sicherheit, Umwelt usw. beschäftigen.

«Die Kommission für Gemeindeentwicklung ist gewissermassen die Denkfabrik der Gemeinde.» Zusätzlich werden eine Kommission für den Werterhalt der Infrastruktur der Gemeinde und eine Gemeinderätliche Geschäftsprüfungskommission geschaffen.

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