Marcel Lehmann, Geschäftsführer der Aarewerft Lehmann, hat am Donnerstagmorgen von einem seiner Kunden vom Diebstahl der Aussenbordmotoren weiter oben an der Aare vernommen. Sicher 18 Motoren hätten zu diesem Zeitpunkt gefehlt. Es könne aber auch sein, vermutet er, dass einige Bootsbesitzer den Antrieb vorsorglich anderweitig verstaut hätten. Bei der Polizei liegt der Stand der Geschädigten kurz vor Mittag noch bei 15, wie es auf Anfrage heisst.

Eines ist für Lehmann klar: «Wir gehen davon aus, dass die Diebe vom Wasser her gekommen sind, denn jedes Boot, bei dem der Motor gefehlt hat, ist hinten abgedeckt gewesen.» 

Die Diebe haben jedoch nicht nur die teuren Motoren (siehe Kasten) mitgehen lassen. Sie haben die Boote auch teilweise stark beschädigt. Laut Lehmann hätten sie mit Zangen die Schalt- und Gaskabel durchtrennt und auch das Steuerrad herausgerissen. «Sie wollten mit brachialer Gewalt ans Ziel kommen», so der Bellacher. «Es ist kein Vandalismus – es geht um reine Beschaffung.»

Enstanden ist ein Gesamtschaden von mehreren 10'000 Franken.

Lange Zeit ruhig

Auch Lehmann sind schon Motoren gestohlen worden. «Vor 2 bis 3 Jahren haben sie mir einen Motor geklaut, der bei uns im Service war». Dieser sei aber direkt beim Tor gestanden. Auch seien schon ganz neue, kürzlich eingebaute Motoren weggekommen. Da habe man ihn beschuldigt, diese geklaut zu haben, um mehr Motoren verkaufen zu können, schmunzelt Lehmann.

Vor 3 Jahren habe es in der Schweiz allgemein eine Phase gegeben, in der viele Motoren gestohlen worden waren. Dies aber vor allem an Orten, an denen die Diebe schnell wegkommen konnten.

«Bei uns war es lange Zeit ruhig. So viele Motoren wie jetzt in Bellach haben sie noch nie mitgenommen. Das ist schon sehr professionell und kommerziell - und schon logistisch gesehen ein Wahnsinn.» Die Motoren müssten mit einem grösseren Bus abtransportiert worden sein, vermutet der Werft-Inhaber.

Obwohl Marcel Lehmann direkt bei der Werft wohnt und ein Hund zudem dafür sorgen soll, dass keine ungebetenen Gäste die Aarewerft heimsuchen, wird er jetzt wieder «mehr aufpassen». Wobei die Diebe wohl auf andere Regionen ausweichen würden, wie er vermutet.

Die Boote wurden teilweise stark beschädigt

Die Boote wurden teilweise stark beschädigt