Breitenbach

800 Volt und höher: Von Roll testet für die Elektromobilität

Beschäftigt rund 200 Personen. Die Von Roll in Breitenbach.

Beschäftigt rund 200 Personen. Die Von Roll in Breitenbach.

In der Elektroisolation ist die Von Roll AG Weltklasse. Nun nimmt sie sich des Elektromobils an. Sie eröffnet in Breitenbach ein neues eDrive-Testlabor.

Die Elektromobilität nimmt grosse Schritte in die Zukunft. In ihren Anfängen funktionierten die Elektrofahrzeuge mit Niederspannung. Je höher die Spannung, desto grösser die Leistung und Reichweite. Deshalb entwickelt sich die Elektromotortechnik hin zur Hochspannung. Für die Von Roll AG ist dies ein Glücksfall. In Breitenbach beschäftigt sie rund 200 Personen. Im Schwarzbubenland investierte das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren über 30 Millionen Franken.

Bei der Geburtsstunde dabei

Von den auf Hochspannungsisolation spezialisierten Firmen ist Von Roll die älteste, die noch existiert. Das Unternehmen gilt in diesem Bereich als Pionier und Weltmarktführer. 1988 stiessen die Isola-Werke in Breitenbach zur damals auf Stahlherstellung und Metallgiesserei ausgerichteten Von Roll. Bereits 1945 verfügten die Isola-Werke über ein Hochspannungslabor.

Im vergangenen Jahr verkündete Von Roll, sie werde sich vermehrt auf neue Wachstumssegmente wie Windenergie oder Elektromobilität konzentrieren. «Es gibt immer weniger Ingenieure, die sich mit Isolierstoffen auskennen», sagte Von-Roll-CEO Christian Hennerkes damals zur NZZ. Der aus Stuttgart stammende Geschäftsführer sagte zudem, der Konzern werde beinahe mit Anfragen überrannt. Knapp ein Jahr später nehme die Nachfrage nach Elektroisolations-Dienstleistungen der Von Roll noch immer zu, verkündet das Unternehmen auf Anfrage.

Wie angekündigt, investiert die Von Roll nun weiter in die Elektromobilität. Am Montag teilte das Unternehmen mit, es erweitere diese Woche sein Institut in Breitenbach durch ein neues eDrive-Testlabor. Im neu eröffneten Labor testet die Von Roll elektrische Isolierstoffe, die in Motoren von Elektrofahrzeugen verwendet werden. Die Antriebe gehen zunehmend in Richtung Hochspannung mit 800 Volt und höher. «Mit unseren Messmethoden helfen wir, die Langlebigkeit und Effizienz von Elektromotoren zu verbessern», lässt sich Christoph Herold, Direktor des Von-Roll-Instituts, zitieren. Ob das neue Labor in Breitenbach zusätzliche Arbeitsplätze generiert, kann Von Roll erst später sagen. (yas)

Meistgesehen

Artboard 1