Mit einem einzigen Lastwagen startete Georg Beyeler am 16. August 1964 sein eigenes Transportgeschäft. Vier Jahre später kaufte er den zweiten Lastwagen und fuhr für verschiedene Firmen. «Acht Tonnen Nutzlast fasste damals ein Lastwagen, heute sind es 28 Tonnen», erzählt er. «Alles funktionierte mechanisch, ohne Lenkhilfe und mit erlaubter Geschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde.»

Der Unternehmer, der bis im Juli 2007 mit seiner Ehefrau Irma zusätzlich das Restaurant Sternen im Dorfzentrum führte, vergrösserte seine Fahrzeugflotte kontinuierlich auf 17 Stück. Bei Beyelers konnten die verschiedensten Kundenwünsche erfüllt werden. Ob mit normalen Zwei- bis Vierachs-Kippern, Kran- und Silowagen, Betonmischern, dem Fünf-Achs-Sattelschlepper, Gussasphaltkocher, Tiefgänger oder Trax.

Für den Transport von heissem Strassenbelag entwickelte Georg Beyeler bei seinem Thermo-Silowagen eine Vorheizung. Damit gewährleistete er die Wärmehaltung auch in kalten Jahreszeiten. In den Spitzenjahren beschäftigte der Unternehmer zehn festangestellte Chauffeure und fünf Aushilfen. Keinen einzigen Unfall hat er in den 50 Jahren zu beklagen.

Mitarbeit der Tochter

45 Jahre war Georg Beyeler vom Kanton für die Schneeräumung und das Salzen von ungefähr 25 Kilometern Kantonsstrassen verantwortlich. Rund um die Uhr stand die Firma mit den eigenen Fahrzeugen dafür einsatzbereit. Mit den zum Betrieb gehörenden Wischmaschinen wurden Fabrikareale gereinigt. «Das Papieri-Areal habe ich bis zuletzt gereinigt», so der 73-Jährige.

Seit 1990 arbeitet die Tochter Sandra Zenger-Beyeler im Betrieb ihres Vaters. Sie ist zudem für die Büroarbeiten zuständig. Früh liess sie sich vom Virus «Lastwagen» infizieren, ihr Gesichtsausdruck spricht Bände. Kein Wunder also, dass sie die Personenwagenprüfung gar nicht erst in Erwägung zog, sondern direkt zum Lastwagenführerausweis – damals noch eine Rarität für Frauen – überging. Sie freut sich noch heute über die einstigen nicht synchronisierten, amerikanischen «Fuller-Getriebe», die mit Doppelschalten und Zwischengas gefahren werden mussten. «Heute geschieht alles leichter und bequemer, wie bei einem Personenauto», sagt sie.

Kein einfaches Geschäft mehr

Seit einigen Jahren arbeiten Vater und Tochter nur noch im Zweierteam. «Das Transportgeschäft ist heute nicht mehr einfach», sagt Sandra Zenger. «Die Ausgaben für Diesel und LSVA-Abgaben sind hoch, die Transportpreise tief.»

Ob sie das Geschäft ihres Vaters dereinst übernehmen will, stellt sie infrage. Ans Aufhören denken die beiden jedenfalls noch lange nicht. Vater Beyeler hat sich entschlossen, die obligatorischen fünf Tage dauernden Weiterbildungskurse für alle Lastwagenchauffeure noch zu absolvieren. Nicht zuletzt auch wegen seines 30-jährigen Lastwagens – eines «Saurer-Kippers 330 B», den er eigenhändig renovierte und nur noch bei schönem Wetter für Transporte aus der Garage nimmt. Alljährlich aber fährt er damit ans Saurer-Treffen im Mittelland. Wenn er erwähnt: «Rund 300 Lastwagen von Jahrgang 1930 an aufwärts stehen zur Schau», leuchten seine Augen.