Inkwilersee

40 Alphörner würden die Zwergdommel beim Brüten stören

Kein Alphornspiel am 29. Juni am Inkwilersee.

Kein Alphornspiel am 29. Juni am Inkwilersee.

40 Alphörner spielen am Inkwilersee eine Komposition: So lautete die Idee hinter dem Projekt Klanginsel. Dieses kann aber jetzt nicht umgesetzt werden. Fachstellen des Kantons befürchten, dass die Brut der gefährdeten Zwergdommel gestört wird.

Die Vorführung einer Klangkomposition für 40 Alphörner kommt am Inkwilersee nicht zustande. Das Projekt Klanginsel scheitert am Veto der jeweiligen Fachstelle Jagd der Kantone Bern und Solothurn. Diese erachten das Projekt als unerwünschte Störung in der Brut- und Aufzuchtzeit verschiedener Vögel.

Das Projekt hätte der Abschluss der zwanzigjährigen Tätigkeit des Vereins Kultur im äusseren Wasseramt werden sollen. «Wir sind alle älter geworden und wollen jüngeren den Vortritt lassen», erklärt Vereinspräsident Albert Arnold. Die «Klanginsel» ist Kernstück des Ursprungsprojektes. Dieses sah für 2011 unter dem Titel «Wasserzeichen» mehrere Anlässe vor. Damals konnte das Geld für das Gesamtprojekt nicht aufgetrieben werden (wir berichteten). Wenigstens die Klanginsel wollte der Verein nun realisieren und fand dafür auch genügend Gelder.

«2011 waren die Vögel kein Thema», berichtet Arnold. «Wir haben den Kontakt zu den Ornithologen und zur Umweltkommission gesucht. Beide unterstützten unsere Projekte.» Auch jetzt 2013 wurde wieder der Kontakt mit der Umweltkommission und der Sektion Etziken des Vogelschutzverbandes Kanton Solothurn gesucht. Aber ein Mitglied der Sektion äusserte Bedenken wegen der möglicherweise brütenden Zwergdommeln. Laut Fachstelle Naturschutz Kanton Solothurn wurden am Inkwilersee 2012 vier Brutpaare des stark gefährdeten Vogels nachgewiesen. Deren Brut- und Aufzuchtzeit liegt zwischen Mai und August.

«Durchführung ist kritisch»

Folgerung des Vertreters der Fachstelle Naturschutz an einer Begehung am 8. Mai: «Der Zeitpunkt der Durchführung der Klanginsel ist kritisch.» Der Vertreter der Fachstellen Jagd Kanton Solothurn betrachtet die Störung durch das geplante Musikprojekt mit den erwarteten 500 Besucherinnen und Besuchern als beträchtlich. Der Vertreter der Fachstelle Jagd Kanton Bern weist zudem darauf hin, dass der Lebensraum bereits belastet sei mit den Lärmimmissionen der SBB, dem Erholungsbetrieb und der Landwirtschaft.

Das weiss auch Albert Arnold. «Wenn ich mir überlege, was dort in manchen Nächten abgeht, verstehe ich nicht, weshalb unser Projekt nicht durchgeführt werden soll.» Die Komposition sei eigens für den Inkwilersee geschrieben worden. Dabei sind die Alphörner an verschiedenen Standorten platziert. «Wir wollten mit dem Ort und der Umgebung respektvoll umgehen», so Arnold. Es wäre trotz 40 Alphörnern eine ruhige Angelegenheit geworden.

Ab September erlaubt

Das Nein der Fachstellen ist kein grundsätzliches Nein und betrifft nur die Zeit bis Ende August. Im September hätten die Fachstellen nichts gegen die Durchführung des Anlasses. Daher wurden die geplanten Massnahmen der Seesanierung ebenfalls in den September gelegt, ergänzte die Fachstelle Naturschutz Kanton Solothurn an der Begehung.

«Vorgesehen war der 29. Juni», begründet Arnold, «weil es am Abend lange hell ist, was den Abmarsch des Publikums wesentlich erleichtert. Zudem ist es im Herbst eher kalt.» Das gewichtigste Hindernis für den Verein sind aber die Termine mit allen Beteiligten, die nicht umgepolt werden können. «Wir haben diese Lücke gefunden.» Einen dritten Versuch im nächsten Jahr soll es nicht geben, sagt ein enttäuschter Vereinspräsident. «Wir versuchen nun noch, ausserkantonal einen Veranstalter zu finden.» Denn die Komposition von Peter Baumann ist geschrieben. Entlöhnen will ihn der Verein aus der eigenen Kasse. «Es wäre schade, wenn die Komposition nicht wenigstens einmal zur Aufführung gelangt.»

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